05th Nov2017

Liebe zu Besuch (2017) | Filmkritik

Liebe zu Besuch

Alice (Reese Witherspoon) ist die Tochter eines sehr erfolgreichen Regisseurs in Hollywood. Nach seinem Tod bleibt sie in dem großen Anwesen der Familie wohnen, sodass zahlreiche Preise ihres Vaters weiterhin das Haus küren und ihren Alltag begleiten.

Sie lebt getrennt von ihrem Ehemann und hat zwei Kinder. Auf einer Party lernt sie Harry (Picco Alexander) kennen, der gerade mit seinen beiden Freunden daran arbeitet in das Filmgeschäft einzusteigen. Wie der Zufall es so will lässt Alice die drei jungen Männer bei sich einziehen und sie können Inspiration, Erfahrung und Zuversicht sammeln, um ihren Traum zu erreichen.

Die alleinerziehende Mutter bekommt ihm Gegenzug die Leichtigkeit des Lebens zurück und es könnte sich vielleicht noch etwas mehr aus dem überraschenden Besuch entwickeln.

Liebe zu Besuch, oder im Original Home Again ist eine US-amerikanische romantische Komödie aus dem Jahr 2017. Für das Drehbuch und die Regie ist Hallie Meyers-Shyer verantwortlich, die mit diesem Film ihr Regiedebüt feiert. Sie ist die Tochter von Nancy Meyers, die durch die Filme Was Frauen wollen oder zuletzt Man lernt nie aus bekannt geworden ist.

Ihr Vater, Charles Shyer, ist ebenfalls im Filmgeschäft tätig. Die Verbindung zwischen Realität und Film ist somit eng verwoben. Hallie Meyers-Shyer hat ihre eigene Lebensgeschichte mit diesem Film erzählt und sie voraussichtlich an einigen Stellen etwas abgeändert und für die Leinwand angepasst.

Die Story des Films ist dabei durch und durch einfallslos, unkreativ und zutiefst langweilig. Viele Handlungsstränge sind einfach schon so oft in anderen Filmen aufgetaucht, dass ein Sehen dieses Films unnötig und über weite Strecken einfach nur zur verschwendeten Zeit macht.

Es ist eine Aneinanderreihung von Langeweile, plattem Humor, Kitsch und Vorhersehbarkeit. Die romantische Komödie ist weder romantisch, noch komisch und deshalb eine klare Nicht-Empfehlung. Es ist schon gewagt einen derart uninspirierten und teilweise auch unsympathischen Film zu kreieren, sodass die Frage aufkommt, ob die Tochter von zwei ehemaligen Filmschaffenden vielleicht etwas zu viel Rückendeckung von ihren Eltern oder den Studiobossen bekommen hat, um dieses Projekt anzugehen. Die Dialoge sind zu 90 % Schrott und zu 10% ambitionierte Comedy, die etwas zum Schmunzeln ist, aber insgesamt einfach nur enttäuscht.

Es ist nicht zu verstehen, warum eine Oscar- und Golden Globe Gewinnerin namens Witherspoon zu diesem Debütfilm von Hallie Meyers-Shyer hinzugestoßen ist. Positiv ist immerhin anzumerken, dass die Thematik des Films im Entferntesten mit dem so berühmten amerikanischen Traum in Verbindung zu setzen ist, denn die drei jungen Männer möchten in Hollywood berühmt werden. Außerdem ist der Film über weite Strecken fröhlich, offenherzig und auffallend hell, sodass vielleicht bei einigen Zuschauern in wenigen Momenten positive Erinnerungen oder Gefühle hochkommen.

Allerdings wird in sehr wenigen Momenten das Talent der drei Männer gezeigt und ihr unbedingtes Streben nach Glück. Für den Zuschauer wird es schwierig sein den Charakteren zu glauben, dass sie gerade ihren persönlichen Traum verwirklichen möchten. Es ist in keiner Sekunde zu erkennen, dass sie leiden oder ihr Herz für ihren Beruf opfern.

Des Weiteren ist die Geschichte von Alice, die von Reese Witherspoon einigermaßen akzeptabel gespielt wird, gänzlich uninteressant und über weite Strecken zum Gähnen. Sie ist von Beruf Innenarchitektin, durchlebt gerade das Ende ihrer Ehe und muss sich um ihre zwei Kinder kümmern. Es ist vielleicht in Ansätzen eine Art Liebesbeziehung zu dem wesentlich jüngeren Harry vorhanden, die jedoch absolut ohne Chemie und Charme auskommen muss.

Hierbei ist es schwierig zu verstehen, ob die Schauspieler oder die Regisseurin einfach nicht die richtige Verbindung hergestellt hat. Die kitschigen Szenen zwischen Alice und Harry ähneln eher einer Satire, anstatt einer ernstgemeinten Liebesbeziehung. Insgesamt ist Liebe zu Besuch ein kläglich gescheiterter Versuch, eine romantische Komödie zu schaffen, der durch eine langweilige Story und furchtbar schwache Dialogen sehr negativ im Genre auffällt.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Hallie Meyers-Shyer
Drehbuch: Hallie Meyers-Shyer
Musik: John Debney
Darsteller: Reese Witherspoon, Nat Wolff, Jon Rudnitsky, Pico Alexander, Michael Sheen, Candice Bergen

Bewertung

Bewertung_3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Seite benutzt das Plugin Akismet zur Spam-Abwehr. Mit dem Absenden ihres Kommentars stimmen sie unserer Datenschutzerklärung zu.