06th Mai2016

Synchronicity (2015) | Filmkritik

Synchronicity

Das Science-Fiction-Genre ist ein Genre, das sich abseits der großen Blockbuster-Reihen immer wieder für innovative Filmideen eignet. Dass in einem so Effekt-lastigen Genre auch mit kleinem Budget großes Kino zu machen ist, haben beispielsweise der legendäre Kulthit Donnie Darko (2001) und in jüngster Vergangenheit Moon (2009) bewiesen. Jacob Gentrys Zeitreise-Thriller Synchronicity kann die Klasse dieser beiden Filme jedoch leider nicht erreichen, auch wenn er in vielen Momenten an einen der größten Sci-Fi-Meilensteine erinnert, Ridley Scotts Blade Runner (1982).

synchronicity_1 Der Physiker Jim Beale (Chad McKnight) steht bei seinem Experiment zu Wurmlöchern und Zeitreisen kurz vor dem Durchbruch. Nachdem ein Testversuch vor den Augen seines Investors (Michael Ironside) schief geht, trifft er auf die mysteriöse Abby (Brianne Davis), mit der er eine Affäre beginnt. Ihn beschleicht jedoch der Verdacht, Opfer einer Verschwörung zu sein, bei der auch Abby eine tragende Rolle zu spielen scheint und beschließt daher, sich selbst als Testobjekt durch die Zeit zu schicken, um die Verschwörung schon vor ihrem Anfang zu verhindern.

Es gibt bereits eine lange Liste von Filmen über Zeitreisen und Zeitreiseexperimen, also viele Dinge an die Synchronicity anknüpfen, aufbauen oder sich anlehnen kann. Und es wird schnell deutlich an wen Look und Atmosphäre des Films frappierend erinnern: Blade Runner. Bereits bei den anfänglichen Panorama-Shots über die dystopische Stadt, in welcher der Film angesiedelt ist, fühlt sich jeder sofort an Ridley Scotts Meisterwerk erinnert. Auch im weiteren Verlauf des Films wirkt das Spiel mit Licht und Schatten, das Regisseur Gentry hier ausgiebig nutzt, wie geradewegs aus Blade Runner entnommen. Dass dies einerseits natürlich ob ihrer großartigen Assoziation, eine tolle Referenz bietet, ist klar. Andererseits drängt sich dadurch natürlich auch der Vergleich auf. Und diesem Vergleich kann Snychronicity unmöglich standhalten.

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Auf storytechnischer Ebene möchte Jacob Gentry aber ohnehin eine etwas andere Geschichte erzählen. Sein verschachtelter Zeitreise-Plot benötigt dabei jedoch eine Weile um in Schwung zu kommen und fordert vom Zuschauer in der ersten halben Stunde eine Menge Geduld ab, um nicht frühzeitig abzuschalten. Hat sich jedoch erst einmal herauskristallisiert, welche Richtung die Handlung einschlägt, kommt Spannung auf und das große Plot-Puzzle beginnt. Denn was Gentry, der hier auch als Drehbuchautor tätig war, zwar als geradlinige Story präsentiert kommt selbstverständlich nicht ohne die für Zeitreisefilme typische Komplexität aus. Diese Komplexität angemessen zu bändigen und anschaulich genug zu gestalten, gelingt ihm dabei allerdings nicht immer und so droht die Handlung bisweilen den roten Faden zu verlieren.

Getragen wird das Geflecht dabei vor allem von Hauptdarsteller Chad McKnight, der die zunehmende Verzweiflung seines Protagonisten Jim zwar physisch anschaulich porträtiert, die innere Zerrissenheit aber nur teilweise nachvollziehbar rüberbringt. Man nimmt sie ihm äußerlich ab, glaubwürdig und nachvollziehbar ist sie aber nicht. Viel besser macht es dagegen sein Counterpart Brianne Davis als mysteriöse Abby. Sie stellt ihre Femme Fatale so undurchschaubar dar, dass man genau wie Jim nie genau weiß welche Interessen sie verfolgt, wem ihre Loyalität gilt oder wer sie überhaupt wirklich ist.

Worauf Jacob Gentry bei diesem Persönlichkeits-Verwirrspiel außerdem setzt, ist seine Farbgebung und die Einbindung surrealer Elemente, um die Spannung hoch zuhalten. Im Großen und Ganzen muss man ihm da auch attestieren, dass er durchaus erfolgreich damit ist, denn sein Film ist dann auch bis zum Ende spannend und durchaus abwechslungsreich. Sein geringes Budget merkt man ihm kaum an, beschränkt er sich doch aufs Wesentliche und bleibt dabei doch immer gut anzusehen.

Synchronicity ist insgesamt also zwar ein lohnenswerter Science-Fiction-Film, der vom dystopischen Look her stark an Blade Runner erinnert, dessen Handlung auch durchaus spannend, aber emotional nicht schlagkräftig genug ist.

Cast & Crew

Regie: Jacob Gentry
Drehbuch: Jacob Gentry
Musik: Ben Lovett
Darsteller: Chad McKnight, A. J. Bowen, Brianne Davis, Scott Poythress, Michael Ironside

Bewertung

Bewertung_6

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