Furiosa: A Mad Max Saga (2024) | Filmkritik

Furiosa: A Mad Max Saga

Neun Jahre nach dem fulminanten Endzeit-Ritt Mad Max: Fury Road erscheint mit Furiosa: A Mad Max Saga die Vorgeschichte zu dem postapokalyptischen Action-Kracher, der einst mit sechs Oscars ausgezeichnet wurde.

Die Wut ist geboren.

Auf dem Regiestuhl nahm erneut George Miller Platz, der auch mit 79 Jahren sein kreatives Talent unterstreicht. Denn mit Furiosa gelingt dem Australier erneut ein epischer Endzeitfilm.

© Warner Bros. Pictures

Die Geschichte fängt mit der jungen Furiosa an, die an dem Grünen Ort aufwächst, der eine Besonderheit in der dürren Wüstenwelt darstellt. Doch eines Tages wird sie entführt und verschleppt. Ihre Mutter kann zwar die Entführer töten, doch gelangt Furiosa in die Hände von Dementus (Chris Hemsworth).

Es wird immer Krieg kriegen. Aber um nach Hause zu kommen, kämpft Furiosa gegen die ganze Welt.

Der Anführer einer Biker-Gang sperrt sie in einen Käfig und lässt ihre Mutter töten. In der Zeit der Gefangenschaft versucht sich das Mädchen den Weg zu dem Grünen Ort zu merken. Ihre Heimat möchte sie unbedingt wiederfinden. Dementus trifft später auf die Zitadelle von Immortan Joe (Lachy Hulme).

Ein Kampf bricht aus zwischen den beiden Tyrannen und die junge Furiosa ist mittendrin.

© Warner Bros. Pictures

Furiosa ist der erzählerische Unterbau für Fury Road. Vieles, was in dem bahnbrechenden Action-Film angedeutet wurde, bekommt hier mehr Tiefe. Das Prequel ist clever, da Regisseur Miller sich auf die wesentlichen Bestandteile von Fury Road einlässt.

Sie wird mit Rache zurückkehren.

Die Hintergründe zu Immortan Joe, Furiosa und weiteren Figuren werden wunderbar erzählt. Zudem ist ein großer Pluspunkt die gezeichnete Welt, in der sich die Akteure bewegen.

Die Orte Bullet Farm, Gas Town und Zitadelle werden noch klarer definiert. So erscheint das Gesamtpaket zwischen Fury Road und Furiosa als hervorragende Symbiose einer verrückten Welt.

© Warner Bros. Pictures

Das Drehbuch, das Miller zusammen mit Nico Lathouris verfasst hat, ist gelungen. Dank vieler kleiner Ideen handelt es sich um eine kreative Interpretation des Begriffs Prequels. Denn häufig sind Vorgeschichten in der Filmwelt eher an den Haaren herbeigezogen. Ein bis zwei offene Fragen aus den vorhergegangenen Filmen werden des Öfteren aufgebläht und mit teils fragwürdigen Storyelementen verknüpft.

Eine Vorgeschichte, die es wert ist erzählt zu werden

Zudem wird die Anzahl der Prequels, Sequels oder Neuauflagen immer größer. George Miller hat es jedoch verstanden. Mit neun Jahren Abstand zu seinem Meisterwerk Fury Road hat sich der Regisseur die Zeit genommen, die ein solches Franchise verdient hat. Die Detailverliebtheit ist während der gesamten Laufzeit spürbar.

Ein kleiner Kritikpunkt ist der Look an einigen Stellen. Fury Road zeigte noch, wie man mit echten Stunts und einer größtenteils echt wirkenden Optik punktet. In Furiosa: A Mad Max Story ist dies nicht mehr der Fall.

Die Szenen werden viel mehr animiert und bekommen einen künstlichen Look. Das ist sehr schade und vielleicht sogar der größte Haken an Millers neuestem Werk. Hin und wieder reißt einen das Visuelle etwas heraus und man ist nicht mehr so involviert wie beim Vorgänger. Dennoch überzeugen die Effekte an anderen Stellen des Films wieder dank der Wucht.

Auch bietet die Ästhetik genügend Anreize. Etwas weniger Animationen und Greenscreen hätten gutgetan. Der zweite Kritikpunkt fällt etwas weniger ins Gewicht. Die Laufzeit (148 Minuten) ist etwas zu hoch angesetzt. Vor allem im letzten Drittel kann es für den einen oder anderen Zuschauer anstrengend werden. Doch dies ist nur ein kleiner Wermutstropfen.

© Warner Bros. Pictures

Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptrollen Anya Taylor-Joy (Dune: Part Two) und Chris Hemsworth (Thor: Love and Thunder) sind hervorragend. Beide Darsteller liefern ab in jeweils gegensätzlichen Rollen. Hemsworth mimt einen verkommenen Biker, der vor nichts zurückschreckt und immer etwas dumm wirkt. Dabei ist seine Figur lustig, aber auch ernst. Dieser Ritt auf der Rasierklinge gelingt dem Australier, der scheinbar sehr viel Freude an dieser Figur hatte. Seine Szenen nimmt der Thor-Darsteller an sich, jegliche Präsenz gehört ihm.

Was für ein schöner Tag. Nur der Wahnsinn überlebt.

Anya Taylor-Joy verkörpert in dem Prequel die einst von Charlize Theron gespielte Furiosa. Theron lieferte in einer Männer-Domäne ab und drückte Mad Max ihren Stempel auf. Taylor-Joy spielt ihre Rolle ähnlich gut. Ihre Emotionen werden auf ein Minimum reduziert. In den wenigen menschlichen Geesten bringt die 28-Jährige viel rüber. Auch in den Nebenrollen überzeugt der Cast. Bei so vielen verrückten Figuren muss man dies erst einmal hinbekommen.

Ebenso wie das Schauspiel, Drehbuch und die Regie gibt es auch ein großes Lob an Junkie XL. Der Niederländer bringt mit seinem Soundtrack eine würdige Fortsetzung von dem genialen Score seines Vorgängers heraus. Der Film wird getragen von den immer wieder aufkommenden Bässen, gepaart mit einer dramatischen Note. So bleibt nach der wilden Fahrt in der Wüstenwelt eigentlich nur noch zu sagen: Furioses Filmfest mit fantastischen Figuren.

Handlung:

Fotos


alle Bilder >>


Bildrechte: Warner Bros. Pictures

Ähnliche Beiträge

Beverly Hills Cop: Axel F (2024) | Filmkritik

Doc Savage – Der Mann aus Bronze (1975) | Filmkritik

Kein Koks für Sherlock Holmes (1976) | Filmkritik