27th Nov2018

What the Waters Left Behind (2017) | Filmkritik

von Lars B

What the Waters Left Behind

Einst war Epecuén ein Urlaubsparadies in Argentinien. Viele Familien genossen hier ihre schönsten Tage im Jahr. Man sonnte sich am Strand oder tauchte in die salzigen Wellen des Meeres. Bis im November 1985 das Wasser kam. Nach nicht enden wollenden Regenfällen wurde die Region überschwemmt. 25 Jahre lang hatte das Meer die beliebt Küstenregion an sich gerissen und die Stadt tief unter sich begraben. Als das Wasser nach Jahrzehnten endlich versiegte, gab es nur noch Ruinen.

whatthewatersleftbehind_1 Eine Gruppe junger Dokumentarfilmer macht sich in diesem Horrorstreifen der Regisseure Luciano und Nicolás Onetti auf den Weg zu dieser Geisterstadt, um zu sehen was die Fluten vom einstigen Paradies zurückließen.

So tuckern eine Handvoll Jungfilmer mit dem VW Bus Gras rauchend in Richtung Küste und passieren auf dem letzten Stopp eine Tankstelle der besonderen Art. Die Angestellten, allesamt Hinterwälder mit Horrorlook, sind den Fremden nicht gerade freundlich gesinnt.

Die alte Dame erzwingt den Kauf von gefüllten Teigtaschen, in denen schon die Fliegen nisten, und die sanitäre Anlage sieht aus als bekomme man von der Klobrille eine Infektion. Schnell fahren die Filmer weiter und versuchen das mulmige Gefühl hinter sich zu lassen, bis der Tank, Dank durchtrennter Benzinleitung, vorzeitig trocken läuft. Das gestrandete Filmteam muss nun sehen, wie sie von der Geisterstadt wieder wegkommen.

whatthewatersleftbehind_2 Was sie dabei nicht ahnen: sie sind nicht allein. Wer auch immer das Auto sabotierte ist nun hinter den jungen Leuten her. Mit gruseligen Tiermasken, nagelbesetzten Keulen und Äxten wird Jagd auf Menschen gemacht. So landen diejenigen, die nicht sofort getötet werden, in Käfigen eines finsteren Schlachthauses. Ihr Schicksal: zu jenen Teigtaschen verarbeitet zu werden, die ihnen zuvor als Wegzehrung angeboten wurden.

Schnell kommen Erinnerungen an Texas Chainsaw Massaker, Wrong Turn oder The Hills have Eyes hoch. Degenerierte Irre tyrannisieren Reisende und trachten ihnen nach Leib und Leben. Die entstellten Monster agieren dabei irre lachend und Dreck verkrustet. Wenn der Schlächter seine Säge ansetzt und ein Frauenbein durch den Fleischwolf dreht, dann geht der Puls bis an die Decke.

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Mit schönen Farbfiltern und dynamischer Kamera wird jeder Schrecken zum Hochglanz perfektioniert. Die Motive der argentinischen Manson-Familie bleiben dabei etwas auf der Strecke. Warum sollten Flutopfer zu Kannibalen werden? Wie sichern sie sich ihr Überleben, wenn nur alle paar Jahre ein Fremder in diese Region kommt? Wie konnten diese Stadteinwohner nur derart degenerieren? Sind sie das Produkt von unkontrollierter Inzucht oder haben die Fluten auch radioaktive Strahlung mit sich gebracht?

Wer bei klassischen Slasher-Filmen und Torture Porn á la Saw oder Hostel Gefallen am Quälen und Portionieren von Menschen in mundgerechte Happen Freude empfindet und dem es dabei nicht brutal genug sein kann, der wird in diesem Horrorstreifen seine wahre Freude finden. Spannend wird es ab dem Schlachthaus allemal und Blut fließt hierbei in zahlreichen Litern.

Lediglich der Realismus beim Absägen eines Beines ist etwas zu kurz gekommen. Derartige Amputationen würden das Opfer schnell verbluten lassen. Stattdessen wird die arme Frau noch an den Tisch gesetzt, wo sie unter vollem Bewusstsein mit dreckigem Wasser und Häppchen aus dem eigenen Schenkel gefüttert wird. Zartbesaitete Seelen sollten hier besser zu weniger dramatischen Filmen greifen. Genrekenner werden allerdings mit gewohnten Motiven unterhalten.

Leider blieb die Innovation angesichts der vielen Klischees anderer Horrorklassiker deutlich auf der Strecke. Alles war schon einmal da. Es gibt es Höhen und Tiefen, die den Streifen zu solidem Mittelmaß verhelfen. Die Darstellung, Bildqualität und musikalische Untermalung mit spanischer Popmusik werten das Gesamtwerk allerdings ein wenig auf. Ebenso das Setting der untergegangen Stadt, welche vom Salzmeer über Jahrzehnte verzehrt wurde und an zerbombte deutsche Städte nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Guten Appetit!

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Informationen
What the Waters Left Behind (2017)
98 min|Horror|08 Mar 2018
5.3IMDB-Wertung: 5.3 / 10 von 1,968 Nutzern
Die argentinische Gemeinde Epecuén ist eine Geisterstadt. Einstmals zählte der Ort zu den beliebtesten Ferienzielen des Landes. Tausende Touristen kamen Jahr für Jahr, um in den heißen Thermalquellen zu baden. Doch im November 1985 wurde Epecuén von einer zehn Meter hohen Springflut überschwemmt...
22nd Nov2018

It Follows (2014) | Filmkritik

von Lars B

It Follows

Was, wenn dich ein namenloser Schrecken in langsamen Schritten verfolgt und du nichts dagegen machen kannst? In It Follows wird eine Schülerin von einem Wesen heimgesucht, das die Gestalt von beliebigen Personen annehmen kann.

itfollows_1 Jamie (Maika Monroe) ist ein typisches amerikanisches Schulmädchen, hat viele Freunde und genießt ihre unbeschwerte Zeit. Alles ändert sich, als ihr Freund sie nach einem Date betäubt und an einen Stuhl fesselt. Er sagt ihr, dass sie nun verflucht ist und ein Schrecken ihr bis zu ihrem Tod auf Schritt und Tritt folgen wird.

Sie kann diesen Verfolger nur abschütteln, indem sie mit anderen Personen schläft. Dann geht der Fluch auf die anderen über bis diese den Tod finden. Schon taucht eine nackte Gestalt auf, die zielstrebig auf Jamie zusteuert. Langsam aber unaufhaltsam.

Als Jamie wieder zu Hause ist, ist sie starr vor Schreck. Nur sie kann den Verfolger sehen, der in Gestalt einer alten Dame über das Schulgelände läuft. Stets mit Kurs auf sie! Sie kann rennen, sich verstecken oder in ihrem Zimmer einschließen doch sie wird den Verfolger nicht stoppen können.

itfollows_2 Ihre Freunde versuchen ihr zu helfen und glauben die Geschichte erst, als ihre Freundin von unsichtbaren Kräften gepackt wird. In einem Katz-und-Maus-Spiel versucht Jamie den Jungen zu finden, der Schuld an diesem Fluch ist und versucht so lange wie möglich zu überleben.

Ein Schrecken, der durch Sex auf andere übertragen werden kann, klingt nach einer Metapher für AIDS oder Hepatitis und wirkt sehr stark nach einer moralischen Verteuflung der Sexualität zwischen Jugendlichen. Besser hätten es sich besorgte Eltern gar nicht wünschen können, als mit einem solchen Schrecken ihre Kinder zur Enthaltsamkeit zu erziehen.

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Das unschuldige Mädchen, dass nicht nur ihre Jungfräulichkeit verliert, sondern auch noch mit einem Todesurteil belegt wird. Im Verlaufe der Handlung lässt sich Jamie auch noch auf Sex mit fremden Männern ein, nur um etwas Lebenszeit zu gewinnen. Spätestens hier wirkt das ganze Konstrukt etwas seltsam und moralisch höchst fraglich.

Jedoch machen die Musik und die Kamera alles, um ein beklemmendes Gefühl der Paranoia zu entwickeln. In langen Kamerafahrten und 180-Grad-Schwenks versucht man stets den seltsamen Verfolger auszumachen, der aus der harmlos wirkenden Nachbarschaft hervorsticht. Und da sich der größte Schrecken hier auch am helllichten Tag abspielt, hat man zu keinem Zeitpunkt in diesem Film seine Ruhe.

Immer wieder sieht der Zuschauer im Hintergrund etwas herannahen und hofft, dass sich Jamie doch endlich einmal umdreht. Die musikalische Untermalung dröhnt bedrohlich wie ein Stück Kreide über eine Tafel und setzt die Nerven frei. Hier wird mit allen Sinnen versucht das Fürchten zu lehren.

Trotz der teils unerträglichen Spannung bleiben die Hintergründe der Handlung im Dunkeln. Woher kommt der Fluch? Warum kann man sich durch Sex schützen? Das alles wird in den 100 Minuten Laufzeit nicht geklärt. Dafür bekommt man einen richtig gruseligen Teenie-Schocker geboten, der einen nie zur Ruhe kommen lässt. Gute Unterhaltung also, mit einer Garantie für Fingernagelkauen. Nur hätte es an manchen Stellen ruhig etwas brutaler zugehen können, denn eigentlich sterben hier nur zwei Personen. Für einen Horrorfilm dieser Art eine etwas zu geringe Opferrate.

Bewertung

Bewertung_7

Trailer

Informationen
It Follows (2014)
100 min|Horror, Mystery|13 Mar 2015
6.9IMDB-Wertung: 6.9 / 10 von 181,077 Nutzern
Die 19-Jährige Jay hat Sex mit Hugh, ihrem Date. Doch hätte sie vorher gewusst, was der Beischlaf für Folgen haben wird, wäre sie nicht zu dem jungen Mann auf den Rücksitz geklettert. Als sie, noch benommen vom Chloroform und an einen Stuhl gefesselt, wieder aufwacht, erklärt ihr Hugh reumütig, dass er einen verstörenden Hintergedanken hatte: Er sei von einem Geist verfolgt worden, den er loswerden und zu diesem Zweck transferieren wollte – ein Ziel, dass er mit dem Sex erreicht habe...
29th Okt2018

Summer of 84 (2018) | Filmkritik

von Lars B

Summer of 84

Schaue dir deine Nachbarn genauer an, denn jeder könnte ein Mörder sein. Mit dieser Einstellung radelt Zeitungsjunge Davey Armstrong (Graham Verchere) durch sein verschlafenes Nest Ipswich. Der 15- Jährige Hobbydetektiv spielt mit seinen Freunden Fange und glaubt im Haus des benachbarten Polizisten Mackey (Rich Sommer) einen Jungen zu sehen, der als vermisst gilt.

summerof84_1 Da Davey ohnehin an Verschwörungen glaubt, hegt er den Verdacht, dass Mister Mackey der gesuchte Serienkiller sein muss, den die Medien als Cape May Slayer bezeichnen.

Fortan widmet er seine kostbaren Sommerferien der Aufklärung der zahlreichen Entführungsfälle der Gegend. Dass der harmlos wirkende Nachbar tonnenweise Blumenerde und Schaufeln kauft, entlastet den Verdächtigen nicht unbedingt.

Davey hat außerdem noch eine tatkräftige Clique hinter sich, die mit Walkie Talkies bewaffnet, nicht davor zurückschreckt, den Müll des armen Nachbarn zu durchsuchen und ihn zu beschatten.

Verbirgt sich hinter der freundlichen Fassade eines trotteligen Nachbarn doch ein Monster?

summerof84_2 Klar, dass der junge Hobbydetektiv Ärger mit den Eltern bekommt und schnell die Aufmerksamkeit des vermeintlichen Killers auf sich zieht. Doch wie weit würde ein Jugendlicher gehen, um einem gefährlichen Mörder auf die Schliche zu kommen?

Man nehme die Nostalgie der 80er Jahre, eine Gruppe von pubertären Außenseitern und einen zwielichtigen Erwachsenen und bekommt eine Mischung aus Stranger Things, Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986) und Das Fenster zum Hof (1954).

Garniert wird das ganze mit Dialogen über das erste Mal und dem typischen Elektrosound der guten, alten Zeit.

Wenn das Nachbarmädchen zum Zentrum feuchter Träume wird, kommt eine kleine Prise Coming of Age hinzu. Dass diese Mischung gerade den heutigen Zeitgeist wieder trifft, zeigt unter anderem auch die Neuverfilmung von Stephen Kings ES, wo die Teenies fast aus den gleichen Stereotypen zusammengewürfelt wurden.

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Summer of 84
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Die Parallelen zu bereits vorhandenen Filmen und Serien lassen sich in Summer of 84 definitiv nicht leugnen.

Die Geschichte plätschert anfangs etwas seicht daher, nimmt aber zum Finale einiges an Fahrt auf. Bis auf einige kleine Schockeinlagen, bleibt es aber auf lange Strecken etwas zu ruhig. Der verdächtigte Mister Mackey ist in den meisten Fällen einfach zu passiv und hätte ruhig aktiver gegen den Ermittlerclub vorgehen können. Stattdessen sieht man ihn hauptsächlich bei der Gartenarbeit oder bei alltäglichen Erledigungen.

Zum Ende hin wirkt die Handlung etwas zu gehetzt und vorhersehbar. Statt sich auch um die Motive und das Warum der Morde zu kümmern, wird gerade dieser Aspekt vollkommen außer Acht gelassen. Ein Katz und Maus Spiel hätte dramaturgisch einen deutlichen Mehrwert geboten.

Summer of 84 ist ein kurzweiliger und seichter Thriller dem es leider an den entscheidenden Stellen an Schockmomenten und Überraschungen fehlt. Wer auf Teenagerhorror steht und mit der Nostalgie vergangener Jahrzehnte etwas anfangen kann, wird besonders für Halloween einen netten Filmabend vor sich haben.

Bewertung

Bewertung_7

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Informationen
Summer of 84 (2018)
105 min|Drama, Horror, Mystery, Thriller|10 Aug 2018
6.7IMDB-Wertung: 6.7 / 10 von 20,847 Nutzern
Eine Gruppe Jugendlicher verdächtigt ihren Nachbarn, einen Polizisten, einen Serienmörder zu sein. Daraufhin verbringen sie den Sommer damit, ihn auszuspionieren und den Dingen auf den Grund zu gehen. Doch irgendwann wird es gefährlich...
28th Okt2018

Outrage Coda (2017) | Filmkritik

von Lars B

Outrage Coda

Jeder kennt die Yakuza, jene Organisation, die in Japan die Unterwelt kontrolliert. Mit grimmigen Tattoos, teuren Anzügen und Waffengewalt verschaffen sich die Clans ihren Respekt. Wer seine Ehre verliert, verliert einen Finger oder gar sein Leben.

outragecoda_02 In zahlreichen Filmen, Büchern und Videospielen werden die Machenschaften dieser gefährlichen Verbrecher thematisiert. Dabei kann man sich der Faszination für die komplexen Machtgefüge nur schwer entziehen. Takeshi Kitano vollendet mit Outrage Coda nun seine Trilogie um den wortkargen Auftragsmörder Otomo, der für die Clans die Drecksarbeit macht und sich in der Unterwelt einiges an Ansehen erworben hat.

Die Handlung setzt fünf Jahre nach dem Krieg zweier Syndikate an: den Sandokai und dem Hanabishi-kai- Clan. Otomo (Takeshi Kitano) lebt zurückgezogen und arbeitet für einen Gangsterboss namens Mr. Chang (Tokio Kaneda), der sich auf Zuhälterei spezialisiert hat.

Als in einem Hotel ein ranghoher Yakuza auftaucht und die Mädchen verprügelt, greift Otomo ein. Der respektlose Gangster sieht nicht ein, für die Damen zu zahlen oder sich gar zu entschuldigen. Aus Rache an der Zurechtweisung durch Otomo , bringt der Yakuza einen Mann des Syndikates um. Zwar sendet der Boss des Hanabishi-Clans ein Geldgeschenk, um sich für den Verlust zu entschuldigen, doch die Summe ist in den Augen des Bosses eine Beleidigung.

outragecoda_04 Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Dienste von Otomo und seinem Partner benötigt werden. Aus anfänglichen Verhandlungen wird ziemlich schnell ein Blutbad, wenn beide verfeindeten Organisationen einander bekriegen und auch innerhalb der Clans Machtkämpfe entbrennen.

Outrage Coda ist ein klassischer Gangsterfilm, der den letzten Teil einer zusammenhängenden Trilogie erzählt. Für Neueinsteiger sind die Figuren und Hintergründe nur schwer zu verstehen und die zahlreichen Personen überfordern den ungeübten Zuschauer schnell. Takeshi Kitano, der in Deutschland vor allem für die Gameshow Takeshis Castle Berühmtheit erlangte, spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern führte auch Regie.

In kühlen und schön inszenierten Bildern erzählt er die Geschichte des abgebrühten Killers. Mit steinerner Miene und harten Sprüchen zeigt seine Hauptfigur, dass nicht mit ihm zu spaßen ist. Besonders die Filmmitte besticht durch lange Dialoge und einen stetigen Wechsel der Schauplätze. Wer unachtsam ist, verpasst wichtige Storydetails.

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Die Filmmusik wird meistens nur in ruhigen Szenen eingesetzt und verschwindet in der Action fast vollständig um nicht vom Geschehen abzulenken. Ohne Schnörkel, wie wilde Autoverfolgungen, Kampfchoreographien oder Dauerfeuer und Explosionen bemüht sich Kitano um eine bodenständige Inszenierung, die auch mal abblendet, statt auf die Gewalt zu zeigen.

Wer einen Yakuzafilm à la John Woo erwartet, wird angesichts der leisen Töne schnell enttäuscht. Ohne Kenntnis der anderen beiden Vorgänger Outrage (2010) und Outrage Beyond (2012), dürfte Outrage Coda nur mäßig verständlich sein, da man dem Zuschauer keinerlei Einführung in die Geschichte gewährt, sondern ihn buchstäblich ins kalte Wasser stößt.

Hauptdarsteller und Regisseur Takeshi Kitano (Zatoichi – Der blinde Samurai) schafft es, durch Coolness und lockere Sprüche, trotz zahlreicher Charaktere in Erinnerung zu bleiben. Mit seiner verschmitzten Art scheint er stets über den Dingen zu stehen und gibt sich keine Blöße. Trotzdem bleibt der Film an vielen Stellen konfus, langatmig und unübersichtlich.

Ein Highlight ist die schöne 3-Disc-Collectors-Edition im Hardcover, die neben der Blu-ray auch die DVD und den Bonusfilm Getting Any? aus dem Jahre 1994 enthält. In einem umfangreichen Booklet wird die Geschichte des Yakuzafilms und dem filmischen Schaffen des Hauptdarstellers Takeshi erzählt. Dazu gibt es noch einige schöne Fotos aus dem vorliegenden Film zu bestaunen.

Bewertung

Bewertung_6

Trailer

Informationen
Outrage Coda (2017)
104 min|Action, Crime, Drama|07 Oct 2017
6.0IMDB-Wertung: 6.0 / 10 von 1,296 Nutzern
Die Yakuza sieht sich in Outrage Coda in gleich zwei Ländern Gefahren ausgesetzt: Als Hanada (Pierre Taki) in Südkorea den Untergebenen eines Konzernchefs tötet, bekommt er dessen Macht zu spüren. Währenddessen brechen in Japan innerhalb der Mafia-Organisation Machtkämpfe aus. Otomo (Takeshi Kitano) muss sich als Angestellter des Unternehmensvorsitzenden darum kümmern.
20th Sep2018

Winchester – Das Haus der Verdammten (2018) | Filmkritik

von Lars B

Winchester

„Die Geister die ich rief, werde ich nun nicht mehr los..“, sagte einst Faust in Goethes gleichnamigen Werk. Für Die Erbin des größten Waffenherstellers in den USA, Sarah Winchester, gespielt von Oscarpreisträgerin Helen Mirren, wird dieses Zitat zu einem wahrhaften Fluch.

winchester_1 Von jenen Geistern verfolgt, die einst durch diese Waffen starben und ihre Familie reich machten, wird die Millionenerbin nun heimgesucht. Eine verwunschene Villa, ein grausames Geschäft mit dem Tod und unzählige Geheimnisse, werden hier zu einem Gruselfilm mit Starbesetzung und Hochglanzoptik verwoben.

Für den Psychologen Dr. Eric Price (Jason Clark) scheint der Auftrag anfangs simpel. Er soll die Winchestererbin aufsuchen und ein Gutachten erstellen, ob die betagte Dame noch fähig ist, die Geschäfte zu führen oder nicht. Doch Price bringt ganz eigene Dämonen mit hinein in das Horrorhaus der Witwe.

Drogenabhängig und desillusioniert fällt es dem Gutachter schwer, sich auf den Job zu konzentrieren. Als dann noch die Hausherrin auf den Plan tritt und mit ihren Regeln und seltsamen Ritualen daherkommt, eckt der Besucher immer wieder mit den Hausbewohnern an. Jede Nacht schlägt die Turmglocke in der zwölften Stunde; der Geisterstunde. Es werden Tag und Nacht an den Zimmern gebaut, nur um sie nach kurzer Zeit wieder einzureißen. Es scheint, als würde das Haus einen ganz eigenen Willen haben und so zu einem unkontrollierbaren Geschwür heranwachsen.

winchester_2 Als auch noch der Winchesterenkel Henry besessen wird und droht sich und andere zu verletzen, kommen Dr. Price echte Zweifel, ob er seinen Sinnen vertrauen kann. Geister erscheinen in den Fluren, Gegenstände bewegen sich und die Hausherrin birgt ein dunkles Geheimnis. Auch die Anwesenheit des Doktors scheint kein bloßer Zufall zu sein.

Das unheimliche Herrenhaus in San Jose, mit seinen hunderten Zimmern, wird zu einer schaurigen Kulisse. Mit Hochglanzbildern und wunderschönen Bauten wird Winchester – Das Haus der Verdammten zu einem opulenten Werk prachtvoller Details. Die Möbel, die Holzverzierungen und die edlen Kleider der Hausherrin ziehen ihre Blicke stets auf sich.

Helen Mirren, die Grand Dame Hollywoods, verleiht der geheimnisvollen Witwe eine unglaubliche Präsenz, die den Zuschauer durchweg in seinen Bann zieht. Mit einem starren Blick und einer intensiven Ausstrahlung gelingt es der Schauspielerin stets bedrohlich und doch menschlich zu wirken. Ist sie eine wahnsinnige Witwe oder eine verfluchte Erbin?

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Hat man anfangs noch Angst vor ihrer Erscheinung, wirkt sie gerade zum Ende sehr verletzlich. Die Schuld, die ihr Erbe ihr auferlegt hat, drückt schwer auf ihren Schultern. Denn die Geister sind Opfer, die durch ihr Imperium zu Tode kamen. Mit dieser Last muss Sarah Winchester leben.

Zwar ist die Idee des Horrorhauses keine neue Erfindung, doch sie wird von den Spierig Brüdern (Michael Spierig und Peter Spierig) in perfekten Bildern und der nötigen Stimmung inszeniert. Wieder und wieder zuckt man zusammen, wenn eine Gestalt aus dem Nichts erscheint, eine Tür knallt oder eine Hand nach einem greift. Die Schockmomente sind gut platziert und treffen immer ihr Ziel. Die stets dunklen und schattigen Korridore, verwinkelten Gänge und Treppen laden gerade dazu ein, etwas bedrohliches darin zu verbergen.

Zwar kommt der Film nicht an jene geisterhafte Melancholie eines crimson Peak (2015) oder den Grusel von Conjuring (2013) heran, doch reicht der 100 minütige Mysterystreifen für einen spannenden Videoabend zur Geisterstunde. Für Hardcore-Horror-Freunde wird er zwar etwas zu seicht sein, doch Gruselanfänger finden hier ein angenehmes Niveau mit einem guten Spannungsbogen vor.

Wer das echte Horrorhaus der Familie Winchester sehen möchte muss ins kalifornische San Jose fahren. Dort können Touristen aus nächster Nähe sehen, welche unheimliche Ausstrahlung dieses berühmte Geisterhaus in sich trägt.

Bewertung

Bewertung7

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Informationen
Winchester - Das Haus der Verdammten (2018)
99 min|Biography, Drama, Fantasy, Horror, Mystery, Thriller|02 Feb 2018
5.4IMDB-Wertung: 5.4 / 10 von 23,653 Nutzern
Auf einem abgelegenen Grundstück außerhalb San Franciscos steht das gigantische Anwesen der Winchester-Familie, mit sieben Stockwerken und mehreren hundert Räumen pro Etage. An dem Haus, das bereits seit mehreren Dekaden in Konstruktion ist, wird immer noch gebaut. Angelegt ist es als riesiges Labyrinth – mit Türen, hinter denen Wände sind und einer Treppe, die in der Decke endet...
12th Sep2018

Loving Vincent (2017) | Filmkritik

von Lars B

Loving Vincent

Das Film auch Kunst ist, wird uns in vielen großen Inszenierungen immer wieder gerne bewiesen. Doch was ist, wenn ein oder mehrere Kunstwerke zum Film werden und der Film zu einem gesamten Ölgemälde verschmilzt? In Loving Vincent wird jede Filmaufnahme in aufwendiger Arbeit mit Ölfarbe übermalt und fügt sich so in das künstlerische Lebenswerk des niederländischen Malers Vincent van Gogh (1853- 1890). Was wie ein Animationsfilm mit biografischem Hintergrund anmutet, wird schnell zu einem Kriminalfilm mit Noir-Elementen.

lovingvincent_1 Armand Roulin (Douglas Booth) bekommt von seinem Vater, dem Postmeister Joseph Roulin (Chris O‘ Dowd), einen seltsamen Auftrag. Nach dem Tod des berühmten Malers Vincent van Gogh soll dessen letzter Brief an seinen Bruder Theo übergeben werden. Armand, ein Raufbold und Trinker, hat für diesen Botendienst allerdings kein Verständnis. Er ist sogar van Gogh abgeneigt, der für viele als irrer Maler gilt; hat er sich doch zuletzt sein Ohr abgeschnitten und es einer Prostituierten geschenkt.

Trotzdem macht sich der Sohn des Postmeisters auf die beschwerliche Reise nach Auvers-sur-Oise, nichtsahnend, dass er schon bald im Sog des faszinierenden Ausnahmekünstlers stecken wird.

Van Gogh, der sich in einem Kornfeld erschoss, hinterlässt viele Fragen und Rätsel. Armand muss mehr und mehr erkennen, dass hinter der Fassade des exzentrischen Künstlers eine zerbrechliche Natur steckte. Als der Zusteller dieses Briefes die letzten nahestehenden Personen befragt, die im Kreise des Künstlers weilten, kommen ihm mehr und mehr Zweifel, ob es sich hier wirklich um Suizid und nicht um Mord handelt.

Je nach Zeugenaussage variiert das Bild van Goghs vom in sich gekehrten Einzelgänger zum wahnsinnigen Exzentriker, dem man nicht in die Augen sehen kann. Als Armand feststellen muss, dass Vincents Bruder Theo ebenfalls vor kurzem verstarb, beginnt die Suche nach der nächsten nahestehenden Person. Kann der unfreiwillige Postbote seine Aufgabe dennoch bewältigen oder landet er am Ende in einer Sackgasse?

Der Bootsmann, der kunstbegeisterte Doktor, die Freundin, der Vermieter und dessen Familie – alle werden sie zu Zeugen und decken mehr und mehr Hintergründe über die letzten Tage des weltberühmten Malers auf. Was wie ein Biopic in edler Öl-auf-Leinwand-Optik beginnt, verstrickt sich mehr und mehr in einen stilsicheren Agatha Christie Thriller. War es Mord und wenn ja, was war das Motiv und wer der Täter?

lovingvincent_2 Dem Zuschauer werden van Goghs berühmteste Gemälde vor Augen geführt, die hier sehr stimmig als Hintergründe und Schauplätze dienen. Portraits erwachen zum Leben und werden zu Protagonisten des Werkes, sodass die umfangreiche Gemäldesammlung als Fundus für diesen außerordentlichen Film genutzt wird.

Wenn die Caféterasse am Abend (1888) zur Kulisse einer nächtlichen Szene wird oder die Sternennacht (1889) über den Köpfen der Hauptfiguren funkelt, wird man der Bildgewalt geradezu ausgesetzt und in die Werke eingesogen, die so liebevoll animiert zum Leben erweckt werden, dass einem fast schon Tränen der Rührung über die Wangen kullern.

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Loving Vincent
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Viele Bilder kennt man und doch hat man sie noch nie derart präsentiert bekommen. Zwar ist der namensgebende Künstler längst verstorben, doch bleibt sein Werk als Hauptakteur stets im Fokus der filmischen Reise. Rückblicke, die die Aussagen der Zeugen beleuchten, werden als wunderschöne schwarz-weiß-Zeichnungen voller Details, einer Skizzensammlung ähnlich, dargestellt und mischen den verträumten, melancholischen Ölgemäldelook deutlich auf.

Auf eine nie dagewesene Art und Weise werden sämtliche Werke des Begründers der modernen Malerei in einen solchen Zusammenhang gebracht, als hätte der Zeichner höchst persönlich auf diesen Film hingearbeitet. Dem Zuschauer bieten sich einmalige Einblicke und Erkenntnisse. So hat Van Gogh in nur acht Jahren einen Wandel vom Laien zum Malermeister vollzogen. In dieser Zeit schuf er über 800 Werke, die gefühlt auch alle in diesem Film eingestreut werden.

Solche Informationen und Fakten frischen den Film auf und machen ihn nicht nur zu einem guten Unterhaltungsfilm, sondern eignen sich auch bestens, um in Schulen das Interesse für diesen Künstler zu wecken. Wer nach Loving Vincent kein Interesse hat, eine van Gogh Ausstellung zu besuchen, hat während des gesamten Films geschlafen oder macht sich einfach nichts aus Kunst.

Zwar gab es schon öfter Filme, die reale Schauspielszenen mit Farbe übermalten, wie Feuer und Eis (1983) oder A Scanner Darkly (2006) aber keiner kommt an diese Art von künstlerischer Gewalt heran, die von Van Gogh persönlich zu stammen scheint. Auf jeden Fall einer der ungewöhnlichsten und schönsten Filme, der es in den letzten Jahren ins Kino geschafft hat.

Bewertung

Bewertung_9

Trailer

Informationen
Loving Vincent (2017)
94 min|Animation, Biography, Crime, Drama, Mystery|22 Sep 2017
7.8IMDB-Wertung: 7.8 / 10 von 38,817 Nutzern
Ein Jahr nach dem Tod Vincent van Goghs taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo auf. Der junge Armand Roulin erhält den Auftrag, den Brief auszuhändigen. Zunächst widerwillig macht er sich auf den Weg, doch je mehr er über Vincent erfährt, desto faszinierender erscheint ihm der Maler, der zeit seines Lebens auf Unverständnis und Ablehnung stieß...
20th Aug2018

God of War (2017) | Filmkritik

von Lars B

God of War

Chinesische Historienfilme sind nach Red Cliff oder Three Kingdoms auf Grund der opulenten Kostüme und gewaltigen Schlachten immer wieder ein Fest für die Sinne. In dieser Tradition schickt auch Gordon Chan seinen Film God of War ins Rennen. Ob der Titel Absicht war oder rein Zufällig an ein bekanntes Videospiel erinnert, ist dabei ungewiss.

godofwar_1 China im Jahr 1557: Japanische Piraten machen sich in den Meeren breit und plündern die küstennahe Bevölkerung. Der Kaiser beschließt die Festung der Invasoren zu belagern, die Armee des Kaisers beißt sich aber an dem gut geschützten Bollwerk die Zähne aus. Und an den Mauern prangen bereits die abgetrennten Köpf jener, die vergeblich versuchten die Festung zu erstürmen.

Gerneral Yu Dayou (Sammo Hung) kommt nur knapp mit dem Leben davon. Der Kaiser ist allerdings mehr als enttäuscht und wirft dem dekorierten Anführer vor, sich mit dem Feind verbündet zu haben. Der Militärstratege Qi Jiguang (Vincent Wenzhuo Zhao) soll vollbringen, was sein in Ungnade gefallender Vorgänger nicht vermochte. Da die Soldaten des chinesischen Kaisers jedoch bereits beim Anblick des Feindes die Flucht ergreifen, beschließt Qi seine eigenen Männer zu rekrutieren und auszubilden.

In einer Mine findet der Stratege mutige Kämpfer, die jedoch ein klein wenig Überzeugungsarbeit benötigen. Klar, dass sie von den Qualitäten des Generals angetan sind und ihm bald bedingungslos in die Schlacht folgen.

Derweil schmieden die Piraten Pläne für einen Gegenangriff. Die herrenlosen Samurai haben jedoch jeden Sinn für Ehre verloren und saufen und huren zwischen den Kämpfen herum. Sogar die rechte Hand des Piratenanführers ist sichtlich angewidert.

godofwar_2 Beim Zusammentreffen der Piraten und der kaiserlichen Armee können Qi Jiguang und seine Männer zwar einen Sieg erringen, jedoch greift der Feind gleichzeitig das Dorf der Ehefrau des Generals an. Mit weniger als 200 Mann muss sich Lady Qi (Regina Wan) persönlich um die Verteidigung kümmern.

Klar, dass bei mehreren großen Schlachten ordentlich Blut fließt und in jedem Wimpernschlag ein Soldat nicht mehr nach Hause zu seinen Liebsten kehren kann.

Mit viel Raffinesse und Einfallsreichtum zeigen Stratege Qi und sein Gegenspieler, wie sehr sie die Kunst des Krieges verstehen. Gleichermaßen werden die Kampfkünste in spannenden Choreographien dargeboten und zeugen von einer unglaublichen Hingabe der Generäle. Dabei werden Panoramaaufnahmen, Massenszenen, feudale Kostüme und Bildkompositionen geboten, wie man sie von diesem Genre gerne erwartet.

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God of War
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Seltsam wird es nur, wenn der Stratege Qi seiner widerspenstigen Gattin nicht Herr wird und auf die eigenwilligen Ratschläge der Soldaten hört. Da steht er mit einem Schwert im Schlafzimmer und soll seiner Frau damit drohen, ihr die Kehle zu durchschneiden, wenn sie nicht bald auf seine Befehle hört.

Hier wirkt die Szenerie seltsam ungeschickt und fügt dem sonst schwermütigen Kriegstreiben eine Prise Humor hinzu. Ob diese Gratwanderung gewollt ist wird beim Schauen nicht wirklich eindeutig geklärt.

Wer sich an diesen kleinen Hopsern der Handlung nicht stört bekommt ein packendes und sehr unterhaltsames Gesamtpaket geboten, wo Bilder, Musik und Bewegung gut harmonieren.

Zwar steht God of War hinter seinen Konkurrenten wie Red Cliff weit zurück, lohnt aber dennoch bei einem Videoabend erkundet zu werden.

Leider geht Sammo Hung, bekannt aus zahlreichen Jackie Chan-Filmen der 70er Jahre, klanglos in der Handlung verloren und auch andere Nebencharaktere bleiben leider etwas konturlos. Hier hätte der Regisseur ruhig mehr Zeit für einen Fokus auf die einzelnen Personen legen können oder ihre Handlungsbögen den richtigen Abschluss servieren sollen. So bleibt nur Jiguang, gespielt von Vincent Wenzhuo Zhao (Once Upon a Time in China IV) interessant und vielschichtig.

Dass der Film dann auch so unerwartet und abrupt in die Credits schneidet, lässt einen am Ende etwas enttäuscht zurück. Zusammengefasst ist das dann doch durchaus schade und verschenktes Potenzial. Die fehlenden Untertitel auf der deutschen Blu-Ray und DVD Veröffentlichung in zudem ein weiteres Ärgernis.

Bewertung

Bewertung_7

Trailer

Informationen
God of War (2017)
128 min|Action, History|02 Jun 2017
6.4IMDB-Wertung: 6.4 / 10 von 1,664 Nutzern
China, Mitte des 16. Jahrhundert. Brutale japanische Piraten treiben an den Küsten Chinas ihr Unwesen und bringen immer mehr Küstenstädte unter ihre Kontrolle. Seit fünf Jahren versuchen die chinesischen Truppen des kaiserlichen Ming-Hofes vergeblich die Piraten zu bekämpfen. Um die Schlacht zu beenden, gibt der oberste Kommandant der chinesischen Ming-Truppen dem jungen General Qi Jiguang die Chance, eine neue, furchtlose Armee aufzubauen...
11th Jul2018

Die Super-Cops (2016) | Filmkritik

von Lars B

Die Super-Cops

Komödie made in Frankreich kann im Vergleich zum amerikanischen Melissa Mccarthy-Einheitsbrei für Abwechslung sorgen. Doch taugt der eigenwillige Humor eines Dany Boons (Willkommen bei den Sch’tis) auch für deutsche Lachmuskeln?

diesupercops_1 Die eigenwillige Johanna (Alice Pol) ist vom Traum besessen, einmal in der Spezialeinheit Raid Dienst zu tun. Doch leider ist die hübsche Polizistin völlig talentfrei.

In ihrem Polizeialltag treibt sie Vorgesetzte und Kollegen in den Wahnsinn und auch ihre Familie kann nicht verstehen, woher diese Passion kommt, einer SWAT-Einheit beizutreten. Als ein weiterer Einstellungstest bei Raid in die Hose geht, spielt Johanna mit dem Gedanken in die Fremdenlegion einzutreten. Und das so kurz vor ihrer Hochzeit!

Für ihren Vater, der ein hoher Minister ist, geht das zu weit. Er lässt seine Beziehungen spielen und schafft es, dass seine Tochter Rekrutin bei RAID wird. Doch lautet der Plan, ihr derart zuzusetzen, dass sie schnell die Lust verliert und freiwillig aufgibt. Für die Ausbilder und Vorgesetzten ist das ein wahr gewordener Alptraum. Allen voran Eugène (Dany Boon), der seit seiner Trennung eine starke Abneigung gegen alle Frauen hat. Da kommt ihm die tollpatschige Rekrutin gerade recht.

diesupercops_2 Der Plan des Innenministers geht natürlich nicht wirklich auf und so wird Johanna mehr und mehr davon überzeugt, dass sie zu Raid gehört, egal was die anderen sagen!

Doch schnell wird aus der Ausbildung ernst, als eine Verbrecherbande namens Jaguar einen Überfall nach dem anderen inszeniert. Dabei stolpern sie immer wieder in die Arme von Johanna, die allerdings null Ahnung hat mit wem sie es da zu tun bekommt. Es versteht sich von selbst, dass es am Ende sogar um die Sicherheit der ganzen Nation geht. Und ratet mal, wer Frankreich retten wird?

Sicher, die Story ist im Prinzip nichts neues und der Humor teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür sind die Protagonisten Johanna und Eugène derart liebenswert, dass man unbedingt wissen möchte wie die Geschichte ausgeht – auch wenn man es sich eigentlich von Begin an denken kann.

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Allerdings sind die Slapstickeinlagen und Gesichtsverrenkungen von Darstellerin Alice Pol teilweise anstrengend und erinnern an Jim Carrey auf einer extra Portion Koffein. Wer diese Fremdschämpassagen übersteht, kann sich auf eine solide Unterhaltung freuen, die im Vergleich zu anderen Komödien nur selten unter die Gürtellinie zielt.

Dagegen ist das Spiel von Dany Boon, der Regie und Hauptrolle übernimmt, deutlich sparsamer. Mit stets mürrischem Blick und kargem Wortumfang grummelt er sich herrlich durch 107 Minuten Spielzeit und stellt einen entspannenden Gegenpol zu seiner Partnerin dar.

Wer Polizeikomödien mag und auf etwas andere Frauenpower steht, sollte sich Die Super-Cops keinesfalls entgehen lassen. Ein Meilenstein der Filmgeschichte ist er zwar nicht, dafür aber recht angenehme Unterhaltung ohne große Stolpersteine. Die Hauptdarstellerin ist liebenswert und vermittelt Charme während der Rest des Ensembles zwar jedes erdenkliche Klischee bedient, aber irgendwie einfach mit dazu gehört.

Wer an Filmen, wie Willkommen bei den Sch‘ tis seine Freude hat und französische Schenkelklopfer mag, wird hier bestens bedient. Wer es lieber etwas niveauvoller braucht, scheitert hier an so manchem flachen Witzchen. Da es stets jugendfrei bleibt, dürfen Kinder auch unbeschadet mitgucken.

Bewertung

Bewertung6

Trailer

Informationen
Die Super-Cops - Allzeit verrückt! (2016)
105 min|Action, Comedy|01 Feb 2017
5.5IMDB-Wertung: 5.5 / 10 von 2,750 Nutzern
Johanna ist Polizistin aus Leidenschaft. Dabei schießt sie gerne übers Ziel hinaus. Sie verhaftet Parksünder, ringt verängstigte Opfer nieder und hilft auch mal Bankräubern, die Beute im Auto zu verstauen. Johanna ist ein Alptraum und besessen von dem Wunsch, zu den Supercops der Elite-Einheit RAID zu gehören...
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