10th Feb2014

Riddick – Überleben ist seine Rache (2013) | Filmkritik

von Lars B

Riddick

Es gibt Filmfiguren, die sind untrennbar mit gewissen Schauspielern verknüpft: Schwarzenegger ist der Terminator, Stallone Rocky und Sean Connery 007. Genau so ist es mit Vin Diesel und seinem Riddick. Lange Zeit war es still um den charismatischen Weltraumsträfling mit der Nachtsicht, doch jetzt steht er für ein neues Abenteuer auf Blu-ray und DVD bereit!

riddick__1 Riddick, mittlerweile der Anführer der grimmigen Necromonger besiegte den halbtoten Lord Marshal und nahm, ganz nach ihrem Glauben, dessen Platz auf dem Thron ein.

Die Jahre gingen seither ins Land und mittlerweile lauert hinter jeder Ecke ein Attentäter auf Riddick. Auf der Suche nach seinem Heimatplaneten Furya wird Riddick unvorsichtig und tappt in eine Falle.

Verraten und schwer verletzt wird er schließlich auf einen trostlosen Planeten verdammt und zum Sterben zurückgelassen. Doch wer den Furyaner Riddick kennt, weiß, dass er aus jeder finsteren Lage einen Ausweg findet. Auch wenn die heimische Fauna alles daran setzt den Sträfling zu verspeisen, gelingt es Riddick, sich perfekt an seine Umgebung anzupassen und zu überleben. Als er auf eine kleine, verlassene Station stößt, kann er ein Notsignal absetzen und lockt so Söldner an, deren Schiff er gut gebrauchen kann.

riddick__2 Ausgerechnet zwei rivalisierende Teams tauchen auf dem verwahrlosten Planeten auf und jeder hat sein Ziel vor Augen: Riddick! Die einen wollen das dicke Kopfgeld einstreichen, den anderen geht es um simple Vergeltung.

Und so macht sich der Sträfling auf, die Söldnerzahl etwas zu reduzieren- Stück für Stück, wie er es am besten kann. Was gar nicht so schwer ist, da sich die Teams gegenseitig im Wege stehen und kein sehr großes Vertrauen ineinander haben. Doch schon bald taucht eine neue Bedrohung auf, die schlimmer ist, als ein Furyaner mit Mordlust. Und so müssen alle zusammenarbeiten, um das gemeinsame Überleben zu garantieren.

Nach dem, leider erfolglosen, zweiten Teil Riddick- Chroniken eines Kriegers meldet sich Regisseur David Twohy (Pitch Black, Riddick- Chroniken eines Kriegers) zurück. Zeit wird es, denn seit dem letzten Teil sind nun gut neun Jahre vergangen!

Anstatt jetzt wie gewohnt Hollywood Bombast zu verballern, heißt es nun: Zurück zu den Wurzeln! So stapft Vin Diesel (Fast and Furious) wie einst in Pitch Black von 1999 durch ein trostloses Ödland und dezimiert fleißig seine Gegner, bis diese Aufgabe von grimmigen Kreaturen in der Finsternis übernommen wird.

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Zwar mag man Riddick sein kleineres Budget von weniger als 40 Millionen Dollar ansehen, doch schlecht bekommt es dem Abenteuer nicht. So wird die erste Filmhälfte vom Survivaltraining des Weltraumknackis dominiert, der seine Wunden selbst versorgt, die Tierwelt auf Distanz hält und sich mit einem Aliendingo anfreundet. Letzteres dient natürlich mehr dazu, Riddicks softe Seite zu offenbaren und ihm somit mehr Charaktertiefe zu verleihen.

Die zwei rivalisierenden Söldnertruppen bestehen, abgesehen von Kampfamazone Katee Sackhoff (Battlestar Galactica) und WWE Superstar Dave Bautista, aus austauschbaren und schnell vergänglichem Kanonenfutter, dass mal hier mal da wichtige Gliedmaßen einbüßt. Bis auf ein paar kernige Einzeiler kommen auch nicht zwingend tiefgreifende Dialoge zum tragen und auch Riddick bleibt gewohnt einsilbig und wird von Vin Diesel mit solcher Präsenz und Dominanz verkörpert, dass selbst WWE Hühne Bautista farblos wirkt.

Trotzdem bleibt Riddick- Überleben ist alles seiner Linie treu und serviert massig Action und Ironie auf einer Weise, so dass man sich die gesamten 126 Minuten (Extendet Cut) bestens unterhalten fühlt. Wer die beiden Vorgänger und ganz besonders Pitch Black gemocht hat, wird diesen Streifen ohne Bedenken konsumieren können!

Vor allem Fans von Vin Diesels schnodderiger und saucooler Art kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Und da der Film finanziell auch noch sehr erfolgreich für sein knappes Budget war, laufen die Vorbereitungen für ein mögliches Sequel. Allerdings sollte man dann die Erfolgsformel mit den Monstern im Dunkeln kein drittes Mal wiederholen!

Cast & Crew

Regie: David Twohy
Drehbuch: David Twohy
Musik: Graeme Revell
Darsteller: Vin Diesel, Jordi Mollà, Matt Nable, Katee Sackhoff, Dave Batista, Bokeem Woodbine, Raoul Trujillo, Karl Urban

Bewertung

Bewertung_7

28th Jan2014

Passion (2012) | Filmkritik

von Lars B

Passion

Die Werbebranche ist hart umkämpft und wenn es um den eigenen Erfolg geht kennt man keine Freunde. Werbemanagerin Christine (Rachel McAdams) ist jedes Mittel recht, um sich in der Geschäftswelt zu etablieren. Ihre Mitarbeiterin Isabelle (Noomi Rapace) ist da nicht ganz so taff. Mit harter Arbeit und Ehrlichkeit versucht sie in der Firma Fuß zu fassen und schlägt sich auch gerne mal die Nacht um die Ohren, nur um fristgerecht eine neue Kampagne aus dem Boden zu stampfen.

passion_1 Doch der anfängliche Schein trügt! Aus der oberflächlichen Frauenfreundschaft zwischen der hübschen Christine und der zurückhaltenden Isabelle mit Partys, Kleidern und Männern wird schnell ein psychologischer Alptraum. Als Christine die Werbekampagne von Isabelle als eigene Idee verkauft und dann noch hinter die Affäre ihres Freundes Dirk (Paul Anderson) mit Isabelle kommt, herrscht Krieg.

Nicht nur werden Dirk die finanziellen Mittel für sein Geschäft entzogen sondern jetzt wird auch Mobbing gegen die unscheinbare Isabelle betrieben. Dabei lässt die schöne, wie auch bitterböse Christine keine Chance aus, um ihre Rivalin öffentlich zu demütigen. Nur die Kollegin Dani (Karoline Herfurth) hält noch zu Isabelle, die mit den Nerven völlig am Ende ist und gerät somit ebenfalls in die Schusslinie der rachsüchtigen Blondine.

Das Spiel um Macht und Intrigen gerät jedoch aus dem Ufer, als Christine brutal ermordet aufgefunden und Isabelle, schwer Tabletten abhängig, zur Hauptverdächtigen wird. Ein Katz und Maus Spiel um Verführung, Geld und Macht beginnt, denn Christine hatte viele Feinde.

Regisseur Brian de Palma (Scarface, Black Dhalia) wagte sich mit diesem Erotikthriller an ein Remake des Films Liebe und Intrigen von Alain Corneau aus dem Jahre 2010. Mit den starken Frauen Rachel McAdams (Wie ein einziger Tag, Sherlock Holmes) und Noomi Rapace (Verblendung, Prometheus- Dunkle Zeichen) ist der Film sehr gut besetzt.

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Trotz alledem nimmt der Film niemals richtig an Fahrt auf. Da erzeugt die Filmmusik in den ersten Minuten das Gefühl eine britische Gaunerkomödie zu sehen, während die Dialoge hölzern vorgetragen und die Synchronisation stellenweise unterirdisch ist. Das Setting ist kalt und steril, was angesichts der Thematik vielleicht gar nicht schlimm wäre, aber trotzdem hätte es im Firmengebäude nicht geschadet, etwas mehr fürs Auge zu bieten, oder durch die persönlichere Einrichtung der Appartements Sympathien für die Protagonistin aufzubauen. So wirkte das schlichte Setting mehr nach Budgeteinkürzungen denn als Stilmittel.

Der Tod von Christine kommt einfach unverhofft und viel zu früh, während gerade das letzte Filmdrittel nur so von Verwirrungen, Splitscreen- Störungen und unlogischen Szenen strotzt. Gerade wenn Isabelle verhaftet wird, fragt man sich, wie dumm sich Inspektoren bei Ermittlungen anstellen können. Wenn dann noch Traum und Realität vermischt werden und sich abwechseln, verliert man als Zuschauer den Überblick und kräuselt eher die Stirn, anstatt mit der Handlung mitzufiebern, die dann plötzlich ohne Vorwarnung zu Ende ist und einen mit dem Abspann völlig ratlos zurücklässt.

Insgesamt hat De Palma sein Ziel verfehlt, denn ein spannender Thriller über die menschlichen Abgründe sieht anders aus. Viel zu oft schaut man auf die Uhr und fragt sich, wann das Elend endlich ein Ende hat. Zu keinem Zeitpunkt kann man sich mit Isabelle als Mobbingopfer identifizieren, noch sympathisieren. Auch ihre heimliche Verehrerin Dani (Karoline Herfurth) ist eher ein störender Fremdkörper, der aufgesetzt wirkt und nicht plausibel in die Handlung passt. Und ob ein Gummidildo im Hintergrund Grund genug ist, das Ganze Erotikthriller zu nennen, ist dann doch eher Ansichtssache.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Brian De Palma, Natalie Carter
Musik: Pino Donaggio
Darsteller: Rachel McAdams, Noomi Rapace, Karoline Herfurth

Bewertung

Bewertung_3

04th Jan2014

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013) | Filmkritik

von Lars B

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Für Walter Mitty (Ben Stiller) ist das Leben nicht gerade leicht. Da arbeitet er in der Negativentwicklung des Life!-Magazins, wo er für die schönsten Fotografien der Welt verantwortlich ist, und bringt doch privat nichts auf die Reihe. Ständig flüchtet er in absurde Tagträume, die ihm vor Augen führen, was er alles erleben könnte, wenn er es nur wollte.

waltermitty1 In der Realität sieht das ganz anders aus. Da ist es schon eine ungeheure Überwindung für ihn, seiner Traumfrau Cheryl im Internet zuzuzwinkern oder sie auf der Arbeit auf einen Kaffee einzuladen. Als das Life!– Magazine dann auch noch verkauft wird und im Zuge einer Umstrukturierung Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wird sein Leben noch komplizierter. Der neue Chef will Stellen streichen und ihm missfällt Walters Tagträumerei gänzlich.

Als ein wichtiges Negativ von Starfotograf Sean O’Connell (Sean Penn) abhanden kommt, welches für das letzte Titelbild des Magazins vorgesehen ist, steht Walters Zukunft auf der Kippe. Die Arbeitswelt Mittys droht nun völlig im Chaos zu versinken und so macht sich Walter anfangs widerwillig auf die Reise um die ganze Welt, auf der Suche nach O’Connel und dem fehlenden Negativ.

Aus seinen Tagträumen werden nun echte Abenteuer. Ob in Island auf hoher See oder in den eisigen Höhen des Himalaya – Walter ist plötzlich überall dort, wo es gefährlich wird und lernt Land und Leute kennen, trotzt selbst Gefahren, wie Haiangriffen oder Vulkanausbrüchen. Der vermeintliche Stubenhocker hat nun die einmalige Chance, zu einem echten Tausendsassa zu werden und wird nach dieser Reise nicht mehr der selbe sein, wenn er einem Hinweis nach dem anderen folgt um das verschollene Negativ zu finden!

Selten hat mich ein Film so gepackt wie dieser! Das erstaunliche Leben des Walter Mitty ist eine Liebeserklärung an den Abenteuergeist und die Reiselust in Jedem von uns. Grandios gespielt von Ben Stiller (Zoolander) und gespickt mit traumhaften Landschaftsaufnahmen, zeigt der Film auf sehr einfühlsame Weise, worum es im Life!– Magazine wirklich geht: die eigenen Grenzen zu überwinden und Dinge zu sehen, die sonst hinter Mauern verborgen sind.

waltermitty2 Auch als Regisseur zeigt Ben Stiller hier abermals seine Qualitäten. Nachdem er bereits bei Werken wie Tropic Thunder (2008), Zoolander (2001) oder Cable Guy – Die Nervensäge (1996) diese Position innehatte, beeindruckt er in Das erstaunliche Leben des Walter Mitty mit grandiosen Kameraeinstellungen, sehr guten Darstellern und einem gelungenen Soundtrack in einem perfekten Zusammenspiel der einzelnen Elemente.

Sean Penn (Dead Man Walking) darf als Starfotograf alle Register ziehen und versprüht mit seiner Art eine Weisheit, als hätte er schon alles auf dieser Welt gesehen und erlebt. In seinen wenigen Szenen schafft er es, die Leinwand für sich einzunehmen und spielt mit einer Seelenruhe und seinem Minimalismus jeden anderen an die Wand, wenn er über die Schönheit eines besonderen Augenblicks sinniert.

waltermitty3 Doch neben Schauspielern wie Kristen Wiig (Saturday Night Live) als Kollegin Cheryl und Adam Scott (Piranha 3-D) als unsympathischen Vorgesetzten stehlen vor allem die wunderschönen Bilder Islands, mit seinen weiten Panoramaaufnahmen, allen die Show.

Zwar wird einem in diesem Film nicht der Sinn des Lebens offenbart, doch wenn Walter sein leeres Reisetagebuch zu füllen beginnt, bekommt man als Zuschauer eine Gänsehaut und würde am liebsten mit ihm auf Reisen gehen!

Bereits im Jahr 1947 erschien unter dem Titel Das Doppelleben des Herrn Mitty und unter der Regie von Danny Kaye eine Verfilmung der Kurzgeschichte The Secret Life Of Walter Mitty des Zeichners James Thurber.

Leider gibt es diese ruhigen und besinnlichen Filme nur noch selten zwischen all den Computereffekten, schlechten Remakes, Reboots und Sequels. Wer auf der Suche nach großem Erzählkino mit interessanten Geschichten ist, sollte Das erstaunliche Leben des Walter Mitty eine Chance geben, denn dieser Film ist für die große Leinwand gemacht und wurde nicht umsonst bereits vor seinem offiziellen Filmstart für mehrere Filmpreise nominiert.

Für mich der bisher beste Film des Jahres!

Cast & Crew

Regie: Ben Stiller
Drehbuch: Steve Conrad
Musik: Theodore Shapiro
Darsteller: Ben Stiller, Kristen Wiig, Shirley MacLaine, Adam Scott, Kathryn Hahn, Sean Penn

Bewertung

Bewertung_9

27th Dez2013

Olympus Has Fallen (2013) | Filmkritik

von Lars B

Olympus Has Fallen

Das Weiße Haus als Schauplatz einer Geiselnahme und der Präsident der Vereinigten Staaten (Aaron Eckhart) in Lebensgefahr. Dieses Szenario kommt uns spätestens seit White House Down bekannt vor und wird nun in Olympus Has Fallen von Regisseur Antoine Fuqua erneut inszeniert. Einziger Unterschied ist hier, dass sich der Präsident hauptsächlich gefesselt wiederfindet und die ganze anstrengende Arbeit den Tag zu retten einem anderen überlassen muss.

olympus-has-fallen-1 Der ehemalige Secret Servise Agent Mike Banning (Gerard Butler) musste den Job als Beschützer des US Präsidenten an den Nagel hängen, nachdem bei einem Verkehrsunfall die First Lady ums Leben kam. In seinem nun verpassten Schreibtischjob langweilt er sich und hofft, bald wieder in den aktiven Dienst zurückkehren zu können.

Als eine straff durchorganisierte Truppe von koreanischen Top-Terroristen das Weiße Haus im Sturm erobert, begibt sich Banning sofort erneut in die Schusslinie und hofft seinen Fehler von einst ausmerzen zu können. Die stark bewaffneten Männer scheinen auf jede Gegenmaßnahme des US Militärs eine Antwort zu haben und so ist schon bald das Weiße Haus komplett unter ihrer Kontrolle und Amerika sieht fassungslos zu.

Kang (Rick Yune), der kaltblütige Anführer der Terroristen, fordert den sofortigen Abzug der US Truppen aus Korea. Er droht damit, die obersten Kabinettsmitglieder zu töten, sollte seine Forderung nicht erfüllt werden. Doch das ist nicht sein einziges Ziel! Mit den Codes für sämtliche Nuklearraketen hat Kang den Schlüssel zur Vernichtung der Vereinigten Statten von Amerika in den Händen!

Nun ist es also an Banning, in bester Stirb Langsam Manier einen Bösewicht nach dem anderen auszuschalten und sich so langsam aber gewaltsam bis zum Endgegner hochzuarbeiten. Dabei helfen nicht nur die guten Ortskenntnisse des ehemaligen Secret Service Mannes, sondern auch seine exzellenten Nahkampffähigkeiten und der bestehende Funkkontakt zum Krisenstab, der die Aufgabe gezwungenermaßen in Bannings Hände legt. Mit expliziter Gewaltdarstellung, tonnenweise Patronenhülsen und unzähligen Eimern Kunstblut wird das weiße Haus regelrecht grundsaniert und es knallt an wirklich jeder Ecke. Doch reicht ein Mann, um sich gegen Heerscharen von maskierten Gegnern mit automatischen Gewehren zu wehren?

In einem Staccato aus Action wird in Olympus Has Fallen jede Verteidigungslinie des US-Präsidenten niedergemäht und mit der pathosschweren Musik von Trevor Morris (Die Tudors) garniert, wie man es sonst nur von Hans Zimmer gewöhnt ist. Die Erfolgsformel von Stirb Langsam wird in Perfektion zelebriert, wenn sich der einsame Held Mike Banning, gespielt von Gerard Butler (300), mit gezogener Waffe durch die leichengefüllten Korridore des Weißen Hauses kämpft und maskierte, austauschbare Handlanger ausknipst, die ihm in kleinen Gruppen auflauern.

olympus-has-fallen-2 Dabei wird man unweigerlich an ein Videospiel erinnert, in welchem der Held eine Mission bekommt und sich dann auf den Weg macht. Mit ein paar lockeren Sprüchen und gnadenloser Brutalität arbeitet sich Agent Banning von Level zu Level, bis der Auftrag erledigt ist. Per Funk bekommt er hier vom Speaker Trumbull (Morgan Freeman) seine Instruktionen und bei Bedarf sogar streng geheime Informationen aus dem Pentagon. Dabei sucht er sich nützliche Items, wie Munition oder ein Funkgerät, und rettet brav den Sohn des Präsidenten, bevor er neue Instruktionen erhält.

Natürlich ist nicht alles nachvollziehbar und logisch was Regisseur Fuqua (Training Day) hier auf die Leinwand zaubert. Und neben der üblichen Dosis Patriotismus wird auch wirklich jedes Klischee bedient, was das Actionkino hergibt. Von der wehenden amerikanischen Flagge, der Besichtigungstour durchs Weiße Haus bis hin zum heldenhaften Widerstand der Verteidigungsministerin wird jedes verfügbare Register gezogen. Natürlich darf auch der obligatorische Countdown, der in der allerletzter Sekunde unterbrochen wird, hier nicht fehlen.

Aber Dank Gerard Butler, der schon als Spartaner bewies, dass er sich einer überwältigenden Übermacht stellen kann, sieht man über die groben Schnitzer des Drehbuches gerne hinweg. Bannings Ehefrau, gespielt von Radha Mitchell (Silent Hill), räumt quasi hinter unserem Helden auf und muss in einem Krankenhaus die Verletzten versorgen, die bei dem Terroranschlag entstanden sind.

olympus-has-fallen-3 Für Aaron Eckhart (Thank You for smoking) in der Rolle des Präsidenten Benjamin Asher bleibt wenig zu tun. Immerhin fristet er den Hauptteil des Films in gefesseltem Zustand und trägt außer patriotischen Sprechblasen, die man eben vom US Präsidenten erwartet, nicht viel zum Film bei.

Morgan Freeman (The Dark Knight Rises) nimmt die Rolle eines charismatischen Oberhauptes ein, der mit Weisheit und Demut die richtigen Entscheidungen trifft und unserem Helden den Rücken stärkt, wenn auch nur per Telefon. Mit verschränkten Händen sitzt er vor einem Monitor, umgeben von besorgten Schlipsträgern und hofft, dass die Welt von einem Mann gerettet werden kann.

Olympus has Fallen – Die Welt in Gefahr ist ein grundsolider Actionthriller, der in seinem gegebenen Rahmen wenig falsch macht und gewohnte Kost ohne große Überraschungen bietet. Dank gut inszenierter Kämpfe und zahlreicher Feuergefechte steigt die Spannung bis zum Ende und man wird durchgehend gut unterhalten. Anders als Genrekollege White House Down nimmt sich Olympus has Fallen jedoch etwas zu ernst und hätte angesichts der Thematik ruhig etwas mehr Ironie und Selbstkritik vertragen. Amerika als Beschützer des Weltfriedens hinzustellen, ist angesichts der politischen Realität dieses Landes doch etwas sehr naiv. Wer über das schwache Drehbuch und den typischen amerikanischen Patriotismus hinwegsieht, kann sein Popcorn ruhigen Gewissens bei diesem kurzweiligen Actionvergnügen vertilgen.


Den Gestaltern der DVD-Hülle sei an dieser Stelle noch ein kleiner Tipp gegeben: bei der Auswahl der Fotos sollten sie künftig darauf achten, den möglichen Verräter in den eigenen Reihen nicht auf die Rückseite zu drucken. Und dann noch in dieser eindeutigen Pose! Hier hätte man sich lieber für ein anderes Bild entscheiden sollen, denn spoilern möchte man sich nicht gern lassen.
Cast & Crew

Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt
Musik: Trevor Morris
Darsteller: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Angela Bassett, Robert Forster, Cole Hauser, Finley Jacobsen, Ashley Judd, Melissa Leo, Dylan McDermott, Radha Mitchell, Rick Yune

Bewertung

Bewertung_6

12th Dez2013

Epic – Verborgenes Königreich (2013) | Filmkritik

von Lars B

Epic - Verborgenes Königreich

Er wütet seit Jahrtausenden, der Krieg der Natur gegen die Fäulnis. Königin Tara setzt ihre Kräfte zum Erhalt des Waldes ein, während der fiese Mandrake und seine Boggans, finstere Kreaturen halb Mensch, halb Fledermaus, eine Welt der Ödnis und des Verfalls erschaffen wollen. Die mutigen Leafmen, Krieger der Natur, die auf kleinen Kolibris reiten und Rüstungen aus Blättern tragen, sind die letzte Verteidigung, die das zerbrechliche Werk ihrer Königin vor der endgültigen Zerstörung schützen.

epic1 Lediglich ein einziger Mensch ahnt, dass es um uns herum diesen Krieg der „kleinen Wesen“ gibt und das ist Professor Bomba. Der verrückte Wissenschaftler ist sich sicher, dass die Leafmen wirklich existieren und opfert selbst seine Ehe und seine Familie, um dies zu beweisen. Unterstützt mit modernster Kameratechnik und Bewegungssensoren ist er den kleinen Menschen des Waldes dicht auf der Spur.

Als Töchterchen Mary Kaherine, kurz M.K., beim kauzigen Einsiedler aufkreuzt, wird sie einmal mehr in die Fantasie ihres Vaters gezogen. Natürlich glaubt sie ihm kein Wort und möchte am liebsten wieder in ihr altes Leben zurückkehren. Als sie jedoch durch einen tragischen Zufall auf Käfergröße schrumpft und nun mitten im Krieg des Waldes steckt, stellt sie mit Schrecken fest, dass aus den vermeintlichen Hirngespinsten des Vaters Realität geworden ist.

Dabei bekommt sie es mit sprechenden Schnecken, magischen Knospen, gefräßigen Mäusen und den grimmigen Boggans zu tun. Diese haben nämlich ausgerechnet die wichtige Zeremonie der Königin Tara zum Ziel ihres Überfall gemacht, in der die Nachfolgerin der Krone bestimmt werden soll.

epic2 So wird die kleine M.K. zum Mittelpunkt einer abenteuerlichen Welt, die uns Menschen sonst verborgen bleibt. Zum Glück bekommt sie Hilfe von den Leafmen Nod, einem jungen Heißsporn und Ronin, einem erfahrenen Soldaten, mit denen sie eine magische Knospe einpflanzen soll, um den Wald zu erneuern. Was soll also noch schiefgehen?

Unter der Regie von Chris Wedge (Ice Age) und nach einer Kinderbuchvorlage von William Joyce entstand ein technisch aufwendiger und sehr unterhaltsamer Animationsfilm, der besonders durch die wunderschönen Bilder zu einem einmaligen Erlebnis für die ganze Familie wird, wenn sich Leafmen und Boggans durch Baumwipfel jagen oder M.K. mit ihren Freunden vorm verrückten Hund Ozzie auf der Flucht durch das Elternhaus tobt.

Dann wird uns mit viel Fantasie und Humor unsere normale Alltagswelt aus den Augen einer Stubenfliege präsentiert und wir tauchen ein in die Geheimnisse der Natur, die sich tief unter der Erde und in turmhohen Gräsern abspielen.

Doch trotz der fantastischen Figuren steht natürlich das gespannte Verhältnis zwischen einem obsessiven Vater und einer frühreifen, vernachlässigten Tochter, die um Aufmerksamkeit und Liebe buhlt, im Vordergrund. Erst der scheinbare Verlust des eigenen Kindes kann dem Vater die Augen öffnen und ihn mit seiner Tochter zusammenführen, die durch ihre aberwitzigen Abenteuer erfährt, dass ihr alter Herr kein Spinner ist.

epic3 Mit der musikalischen Untermalung von Starkomponist Danny Elfman (Corpse Bride) und großartigen deutschen Synchronsprechern, wie Christoph Waltz (Django Unchained), Josefine Preuß (Türkisch für Anfänger) und Oliver Kalkofe (Der Wixxer) gibt es auch ordentlich was auf die Ohren.

Selbst mit seiner Stimme allein vermag Christoph Waltz die Szenen seiner Figur des Mandrake zu dominieren und weiß durch Wortgewandtheit und Charisma den Zuschauer zu fesseln.

Auch die Komiker Oliver Kalkofe und Oliver Welke präsentieren als übergewichtige Schnecken ein solches Übermaß an Witz und Sympatie, dass man sie allein als eigentliche Attraktion des Films bezeichnen könnte.

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Und man könnte meinen, die beiden pummeligen Gesellen wären ihnen auf den Leib geschrieben worden. Nicht zu vergessen ist auch Josefine Preuß, die sehr überzeugend den rebellischen Teenager M.K. spricht, die gerade in geschrumpfter Körpergröße wahrhaft über sich hinauswächst.

Doch trotz der unglaublichen Synchronarbeit, der Bildgewalt und der technischen Perfektion bleibt Epic – Verborgenes Königreich nicht ohne Makel, denn die Story ist um Längen vorherzusehen und bietet wenig Neues oder Überraschendes.

Besonders fallen die großen Ähnlichkeiten mit Animationsfilmen wie Luc Bessons Arthur und die Minimoys, Lucas, der Ameisenschreck von John A. Davis oder Arietty – Die wundersame Welt der Borger von Hayao Miyazaki auf, was aber eher an der Buchvorlage liegen wird, an die sich der Film nun mal zu halten hat.

Wen das nicht stört, der ist mit Epic- Verborgenes Königreich sehr gut unterhalten, denn an Spaß und Spannung mangelt es hier keinesfalls.

Nur für die ganz kleinen Zuschauer könnte es jedoch stellenweise etwas zu düster und dramatisch werden, denn dieser Film ist eher etwas für die größeren Kinder, vor allem, wenn sie sich in der heranwachsenden Protagonistin wiederfinden.

Cast & Crew

Regie: Chris Wedge
Drehbuch: Anna Fontaine, Christopher Hampton, Doris Lessing
Musik: Danny Elfman
Stimmen: Josefine Preuß, Raúl Richter, Tobias Kluckert, Alexandra Wilcke, Christoph Waltz, Oliver Kalkofe, Oliver Welke

Bewertung

Bewertung_7

07th Dez2013

Der unglaubliche Burt Wonderstone (2013) | Filmkritik

von Lars B

Der unglaubliche Burt Wonderstone

Magier werden von allen geliebt! Dieses Credo verfolgte der Showmagier Burt Wonderstone (Steve Carell) schon von Kindheit an. Und er hatte es als Knirps nicht gerade einfach: von Rüpeln geärgert und gehänselt, ohne Freunde und an seinen Geburtstagen ganz alleine. Doch sein Leben sollte sich schlagartig ändern, als er von seiner Mutter einen Zauberkasten geschenkt bekommt.

burtwonderstone3 Im beiliegenden Video wird ihm sogar von der Magierlegende Rance Holloway (Alan Arkin) persönlich erklärt, dass nun Großes auf ihn wartet – die wunderbare Welt der Magie! Kurzerhand schließt sich ihm auch der Mitschüler Anton (Steve Buscemi) an, um ihm künftig bei seinen Zaubertricks zu helfen.

So gehen die Jahre ins Land und aus dem kleinen Jungen ist eine echte Attraktion in Las Vegas geworden – Der Unglaubliche Burt Wonderstone!

In glitzernden Outfits und mit einer tollen Bühnenshow verzaubern Burt und sein Partner Anton das begeisterte Publikum. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Hinter der Fassade verbirgt sich ein verbitterter, arroganter und unsympathischer Möchtegern, der seine Mitarbeiter schlecht behandelt und sich für unwiderstehlich hält.

Die Showroutine wird mehr und mehr zur langweiligen Zaubernummer und so wandert das Publikum schließlich ab. Kein Wunder, denn ein neuer Zauberer ist in der Stadt: Steve Gray (Jim Carrey)!

Mit seiner Streetperformance trifft er den Nerv der Zuschauer, sei es indem er für 24 Stunden nicht auf die Toilette geht oder eine Nacht lang auf glühenden Kohlen schläft.

Nach einem vergeblichen Versuch von Burt und Alan, mit einem neuen Trick beim Publikum zu landen, kommt es zum endgültigen Bruch der beiden Freunde. Ohne Geld und ohne Ruhm muss sich Burt Wonderstone nun von ganz unten zurück nach oben kämpfen.

burtwonderstone2 Wer schon immer wissen wollte, wie es hinter den Kulissen eines großen Magiers zugeht, dem ist die Komödie von Regisseur Dan Scardino sehr zu empfehlen.

Zwar zünden nicht alle Gags und die Story ist erschreckend vorhersehbar, aber insgesamt bleibt es eine gutmütige Wohlfühlkomödie. Oft werden auch kleine, stille Momente eingestreut, in denen es um die unschuldige Freude und das Staunen geht, wenn ein Kind noch an wahre Magie glaubt. Eine Eigenschaft, die uns im Erwachsenwerden oft fehlt und die wir dringend bewahren sollten.

Einmal mehr stellt Jim Carrey (Der Ja-Sager) seine extreme Wandlungsfähigkeit unter Beweis, wenn er von Kopf bis Fuß zum langhaarigen Straßenkünstler Steve Gray wird. Zwar dominiert dann wieder seine Gesichtsakrobatik und der Ekelfaktor nimmt stark zu, aber man kauft ihm jede Sekunde den Mindfreak ab.

Steve Carell (Jungfrau, 40, männlich, sucht…) gelingt die Gratwanderung zwischen Hochglanzmagier in leuchtenden Bühnenoutfits und Ekelpaket hinter der Bühne stellenweise zu gut, sodass man sich als Zuschauer oft nicht auf die Seite des Protagonisten schlagen kann und ihm nur Schlechtes wünscht. Doch je näher Burt dem Abgrund kommt, desto menschlicher und angenehmer wird sein Charakter, ganz wie im Hollywood-Märchen üblich.

burtwonderstone1 Steve Buscemi (The Big Lebowski) mimt natürlich den netten Kerl Anton Marvelton, den man für seine Geduld, Burt gegenüber, echt bewundern kann. Leider geht seine Rolle etwas unter, da einfach zu viele Akteure um die wenige Zeit auf der Kinoleinwand buhlen.

Doch als Duo geben Buscemi und Carell eine sehr gute Figur ab, vor allem, wenn sie als magische Freunde so einige Tricks, wie „Den Gehenkten“ präsentieren, das Publikum mit kleinen Kartentricks verblüffen oder sich hinter der Bühne wie echte Diven anzicken.

Um der Truppe den nötigen, weiblichen Schliff zu verleihen, gesellt sich Olivia Wilde (In Time – Deine Zeit läuft ab) als Assistentin wider Willen dazu. Anfangs geradezu überrumpelt wird Jane ins Rampenlicht gezogen, obwohl ihr Menschenmengen nicht unbedingt liegen. Das sorgt für viel Witz und bereichert das Zauberduo um eine Frau, die nicht nur wortlos Kleider trägt und tanzt, sondern auch den Männern resolut Paroli bietet und selbst einige Tricks aus dem Ärmel schüttelt.

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Zu guter Letzt sei der 2013 verstorbene James Gandolfini (Die Sopranos) zu erwähnen, welcher mit seiner Rolle als Hotelbesitzer und Geldgeber Doug Munny eine seiner letzten Auftritte präsentiert. Deshalb ist es um so trauriger, dass seine Präsenz nur rar gesät ist.

Immerhin wird die Zaubershow in Munnys Hotel präsentiert, was ihn zum Boss im Hintergrund macht. Kein Wunder also, dass Gandolfini ganz in Mafiaart Drohungen am Telefon ausspricht und seine Untergebenen zu sich ins Büro zitiert, um sie vor die Tür zu setzen.

Leider bleibt angesichts der hochrangigen Besetzung und der interessanten Thematik ein fader Beigeschmack, denn hinter der opulenten Bühnenoptik und den schillernden Kostümen krepiert so mancher Gag und das Publikum bleibt öfter auf der Strecke.

Man merkt, wie sehr Scardino versucht, den Zauber der Magie einzufangen, aber in vielen Szenen verstrickt sich der Regisseur zu sehr in altbekannten Klischees, nur um die altbewährte Hollywoodformel abzuspulen. Wäre doch gerade ein unkonventioneller Weg in der Geschichte die deutlich bessere Wahl gewesen.

So bleibt Der Unglaubliche Burt Wonderstone ein gesundes Mittelmaß mit einem Hang zur besseren Komödie, da er auf üblichen Fäkalhumor und pubertären Witzelein zum Glück verzichtet.

Cast & Crew

Regie: Don Scardino
Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley
Musik: Lyle Workman
Darsteller: Steve Carell, Steve Buscemi, Jim Carrey, Alan Arkin, James Gandolfini, Olivia Wilde

Bewertung

Bewertung_6

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