02nd Mrz2018

The Square (2017) | Filmkritik

The Square

Christian (Claes Bang) ist Kurator an einem Stockholmer Museum und arbeitet mit seinen Mitarbeitern intensiv an der Einführung eines neuen Projekt namens The Square.

thesquare_1 Hierbei soll sich jemand in ein Quadrat stellen, um dann von seiner Umgebung verstärkt wahrgenommen zu werden. Das Ziel ist es, auf die scheinbar egoistisch gewordene Gesellschaft hinzuweisen. Jeder, der sich in das Quadrat stellt, soll die Hilfe von umherlaufenden Bürgern erhalten. Während der Entwicklungsphase des neuen Projekts wird Christian jedoch auf offener Straße Opfer eines Diebstahls.

Ihm werden seine Brieftasche, sein Smartphone und die Manschettenknöpfe seines Großvaters gestohlen. Auf der Arbeit lässt er sein Smartphone orten und gemeinsam mit Mitarbeiter Michael (Christopher Laesso) fährt er zu einem Wohnblock, um mit Drohbriefen die potenziellen Diebe unter Druck zu setzen.

Ist Christian etwa zu sehr abgelenkt, um das neue Museumsprojekt weiter zu verfolgen? Ja, das ist er.

The Square ist ein schwedisch-dänischer Spielfilm aus dem Jahre 2017. Für die Regie und das Drehbuch ist Ruben Östlund verantwortlich, der zuvor durch den Film Höhere Gewalt seinen internationalen Durchbruch feierte. Dieser zeigte eine Familie, die durch eine vermeintlich gefährliche Lawine folgenschwere Probleme erlitten hat. Der Vater verschwand bevor die Lawine bei seiner Familie ankam. Allerdings stoppte die Schneemasse vorher und sein feiges Verhalten wird ihm von seiner Ehefrau vorgeworfen.

thesquare_2 Der damalige Film setzte auf eine klar strukturierte Idee, die wegen der gesellschaftlichen Problematik und dank eines guten Casts auf ganzer Linie überzeugen konnte. Das neue Projekt von Ruben Östlund verfolgt ähnliche Tendenzen, jedoch in einer vollkommen anderen Umgebung.

Inhaltlich befasst sich The Square mit einem Kurator eines Museums, der scheinbar ein hohes Bild von sich selbst hat und dies auch nach außen hin zeigt. Er gerät jedoch durch einen Diebstahl etwas aus der Fassung und lässt sein neues Projekt fortan schleifen.

Der Film beinhaltet viele gesellschaftliche Phänomene: die zunehmende Eigenständigkeit von Einzelpersonen, das fehlende Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft, Rassismus und Vorurteile. Es ist ein Film mit einer intelligenten Idee, unfassbar witzigen Dialogen und einem starken Cast. Die Herangehensweise von Ruben Östlund ist fantastisch, da er sich an den richtigen Stellen die Zeit nimmt und vermeintlich kleine Aspekte in dem Leben anspricht, die jedoch große Folgen mit sich tragen.

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Der Regisseur setzt wieder einmal auf luxuriöse Bilder, viel Liebe zum Detail und überzeugt in fast allen Punkten. Die Geschichte des Films mag auf dem ersten Blick derart langweilig wirken, dass die Überraschung in der ersten Stunde enorm ist. Es ist eine Satire über vermeintliche Kunst und das gesellschaftliche Handeln.

Zwar hat solch eine eher kleine Idee zur Folge, dass an einigen Stellen nicht immer viel geredet wird und manchmal auch kaum etwas passiert, allerdings erzeugen die Bilder, die Schauspieler und die Ästhetik eine zauberhafte Atmosphäre, die es zu genießen gilt.

Des Weiteren sind die Schauspieler, allen voran Hauptdarsteller Claes Bang, hervorragend, da sie ihre Rollen glaubhaft und mit der benötigten Tiefe verkörpern. Neben diesen vielen positiven Aspekten könnte ein kleiner Wermutstropfen die vielleicht etwas zu lange Spielzeit von 142 Minuten sowie der leicht überzogene Soundtrack sein.

Die Spielzeit ist vor allem zu Beginn der zweiten Stunde zu spüren und abermals am Ende des Films, jedoch ist es keine Langatmigkeit, sondern vielmehr eine bildschwangere Atmosphäre. Diese hat wiederum den Vorteil, dass der Zuschauer mehr Zeit hat seine eigenen Ideen und Vorstellungen zu entwickeln. Durch diese strikte Inszenierung entstehen gewisse Höhepunkte, die witzig und unterhaltsam zugleich sind.

Außerdem ist der Film über weite Strecken sehr unterhaltsam, obwohl vermeintlich wenig passiert. Dieses Phänomen ist sehr selten bei Filmen zu betrachten, da das eigentliche Konzept für eine gute Unterhaltung nicht angewandt wird. Regisseur Östlund setzt auf neue Ideen, die die große Welt der Filme schön ergänzen.

Insgesamt ist The Square ein witziger, unterhaltsamer und kritischer Film, der sich mit den Grundfesten der Gesellschaft befasst. Seine Regie, das Drehbuch und die Schauspieler sorgen für zweieinhalb Stunden anspruchsvolle Unterhaltung, die in dieser Art selten auf der Leinwand zu sehen ist.

Im Wettbewerb der 70. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2017 wurde The Square uraufgeführt und gewann mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Festivals. Bei den Oscars 2018 wurde der schwedische Kandidat für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgewählt. The Square erscheint am 23. März 2018 als DVD, Blu-ray und digital im deutschen Handel!

Bewertung

Bewertung8

Trailer
Informationen
The Square (2017)
151 min|Comedy, Drama|25 Aug 2017
7.3IMDB-Wertung: 7.3 / 10 von 31,450 Nutzern
Christian (Claes Bang) ist der smarte Kurator eines großen Museums in Stockholm. Die nächste spektakuläre Ausstellung, die er vorbereitet, ist „The Square“. Es handelt sich um einen Platz, der als moralische Schutzzone fungieren und das schwindende Vertrauen in die Gemeinschaft hinterfragen soll...

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