08th Feb2018

Die Vierhändige (2017) | Filmkritik

Die Vierhändigel

Die zwei Schwestern Sophie (Frida-Lovisa Hamann) und Jessica (Friederike Becht) werden als Kinder Zeugen eines brutalen Mordes an ihren Eltern. Jessica verspricht daraufhin der jüngeren Sophie, immer auf sie aufzupassen.

dievierhaendige_1 20 Jahre später hat die begabte Pianistin Sophie ein Vorspielen in einem Theater. Allerdings kann sie ihr Talent nicht auf die Probe stellen, da ihre ältere Schwester Jessica sie bedrängt und erzählt, dass die Mörder ihrer Eltern ab heute wieder auf freiem Fuß seien. Sophie verlässt mit ihrer Schwester umgehend das Theater und im Parkhaus kommt es zu einem Streit zwischen den beiden Schwestern.

Jessica möchte sich an den Tätern rächen und verspricht ihrer Schwester, dass sie sie immer beschützen wird. Doch es kommt zu einem folgenschweren Unfall: Jessica wird von einem Auto angefahren und stirbt.

Im Krankenhaus liegt die verletzte Sophie im Bett und versucht zu verschwinden, ehe der Arzt Martin (Christoph Letkowski) sie davon abhalten kann. Auf ihrem Anrufbeantworter hört sie sich mehrmals die Stimme ihrer verstorbenen Schwester an, doch auch im wirklichen Leben scheint sie noch zu leben. Ein existentieller Alptraum beginnt.

dievierhaendige_2 Die Vierhändige ist ein deutscher Psycho-Thriller, der 2017 unter der Regie von Oliver Kienle erschienen ist, welcher zuvor
den Film Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung inszenierte. Die Geschichte seines neuestens Films ist nicht neu und die Handlungen sind teilweise verwirrend, teilweise zu lang und teilweise vorhersehbar und doch sehenswert.

Es ist nicht immer einfach den Hauptfiguren zu folgen, da es mitunter auch schwierig ist die beiden Schwestern zu unterscheiden. Dieses Stilmittel ist aller Voraussicht nach bewusst eingesetzt worden, um die eigenen Gedanken voranzutreiben. So entsteht ein kleines Katz- und Mausspiel mit der echten Person und der vielleicht nicht existierenden Person.

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Allerdings ist diese Dualität keine Neuheit im Film, sondern eher eine konventionelle Methode. Positiv anzumerken sind aber die Farben und der gesamte Look des Films, der sich stilistisch ansprechend gestaltet. Des Weiteren ist es ungewöhnlich, einen deutschen Film mit so wenigen Dialogen zu sehen, wo der Zuschauer noch etwas mehr Gedankenspielraum hat. Dennoch sind einige Sequenzen und Bilder einfach zu langatmig inszeniert, sodass der Film insgesamt sehr bildschwanger ist.

Diese langsame Erzählhaltung ist besonders im Mittelteil schwer zu ertragen und leicht anstrengend anzusehen. Als geglückt ist nichtsdestotrotz die konsequente und strikte Inszenierung zu bezeichnen. Es ist insbesondere im deutschsprachigen Raum keine Gewohnheit, eine einfache Geschichte zu erzählen, ohne gesellschaftliche Probleme halb-gar anzusprechen, um im Endeffekt doch wieder nur bei einem Happy End zu landen.

Dieses typisch deutsche Problem wird in Die Vierhändige umgangen und deshalb ist der Film ein kleines Ausrufezeichen, welches jedoch wirklich nicht allzu groß ist. Gemessen an internationalen Standards ist die Konkurrenz aus Hollywood mehrere Schritte voraus ist.

Es ist schlicht und einfach keine neue Story, keine neue Charakterentwicklung, aber dennoch über weite Strecken eine visuell ansprechende und mit kleinen Mitteln versuchte Interpretation eines Genrefilms. Insgesamt ist Die Vierhändige nicht für jedermann geeignet und bietet einige schöne bildstarke Momente, doch am Ende ist der Film leider nur ein schwächerer unter vielen.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Oliver Kienle
Drehbuch: Oliver Kienle
Musik: Heiko Maile
Darsteller: Frida-Lovisa Hamann, Friederike Becht, Christoph Letkowski, Detlef Bothe, Agnieszka Guzikowska

Bewertung

Bewertung6

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