02nd Aug2017

Power Rangers (2017) | Filmkritik

von

Power Rangers

Die Erfolgsgeschichte hinter dem Franchise Power Rangers wäre schon einen eigenen Film wert. Der in Ägypten geborene Haim Saban wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und arbeitete sich zu einem der größten Medienunternehmer der Welt und reichen Milliardär hoch. Durch den Import von japanischen Zeichentrickfilmen ebnete er seinen Weg in Los Angeles. 1993 gelang ihm dann mit der Super Sentai-Kopie, die er unter dem Namen Power Rangers vermarktete, der große Durchbruch. Der Rest ist Geschichte.

powerrangers_1 Heutzutage gibt es weit über 750 Episoden in 21 Staffel, mehrere Filme und natürlich zahlreiche Actionfiguren, die von Ninjas über Dinos alles abdecken, was sich ein Kinderherzen wünschen kann. 2017 sollte das neueste Abenteuer der kostümierten Krieger für die Leinwand adaptiert werden unter der Regie von Dean Israelite (Project Almanac). Die Geschichte beginnt dabei wie schon oft in der Serie gesehen mit der Findung der Ranger.

Fünf Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jason (Dacre Montgomery), Kimberley (Naomi Scott), Billy (RJ Cyler), Trini (Becky G) und Zack (Ludi Lin) haben nichts weiter gemeinsam, als auf dieselbe High School im Städtchen Angel Grove zu gehen.

Als die beiden Jungen Jason und Billy jedoch notgedrungen zusammen unterwegs sind, machen sie eine erstaunliche Entdeckung und erhalten übernatürliche Fähigkeiten. Zeitgleich erwacht eine außerirdische Macht, die die gesamte Menschheit auslöschen will!

Schnell stoßen auch die drei Jugendlichen Trini, Zack und Kimberly zur Gruppe und gemeinsam stoßen sie auf den mächtigen Zordon, der tief unter der Erde in seinem Raumschiff gefangen ist. Zusammen mit seinem mechanischen Gehilfen Alpha 5 übernimmt er jedoch das Training der bunten Truppe und bereitet sie auf den Kampf gegen Rita Repulsa vor, die einst als grüner Ranger gekämpft hat. Nun will sie jedoch den Zeo-Kristall finden und zerstören, um alles Leben auf der Erde auszulöschen und die Macht über das Universum an sich zu reißen.

powerrangers_2 Um die Welt retten zu können, müssen die fünf neuen Freunde nun innerhalb weniger Tage lernen, was normalerweise Jahre dauert: echte Power Rangers zu werden!

Man sollte meinen mit der Vorlage der Power Ranger hat man bereits etablierte Figuren und Fähigkeiten sowie zahlreiche gelungene Bösewichte und Handlungen. Der Power Rangers aus Film aus dem Jahre 2017 scheitert jedoch an allen Ecken und Enden ohne jemals wirklich klar zu definieren was man hier eigentlich versucht hat zu kreieren.

Bereits die Vorstellung und Entwicklung der Hauptfiguren ist zum scheitern verurteilt. In einer The Breakfast Club (1985) ähnlichen Szenerie lernt man die fünf Helden und ihre Eigenschaften zügig kennen. Einzig Sport-Ass und Draufgänger Jason (Dacre Montgomery) bekommt zunächst etwas mehr Tiefgang spendiert, der zunächst auch durchaus vielversprechend beginnt. Anschließend geht es jedoch Schlag auf Schlag. Mit wahnwitzigen Erklärungen tauchen alle Jugendlichen bei Nacht an einer alten Mine auf und kommen in den Besitz ihrer Ranger-Münze.

Unter ihnen ist RJ Cyler in der Rolle des Billy und als blauer Ranger noch der sympatischste. Jason als Anführer der Gruppe schwingt die üblichen Phrasen und man darf verwundert sein, dass ihm überhaupt jemand in den Kampf folgt. Die weiblichen Ranger Kimberley und Trini, dargstellt von Naomi Scott und Becky G, könnte man wahllos austauschen und auch im Film verwechselt man sie untereinander schon oftmals, da sie keinerlei interessante Hintergrundgeschichte haben. Zack Taylor, der schwarz Ranger wird von Ludi Lin verkörpert. Blass wie eine Wand auch seine Performance.

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Sobald eine gestandene Schauspieler in Form von Elizabeth Banks (Die Tribute von Panem – The Hunger Games) als Rita Repulsa die Szenerie betritt, wird der Klassenunterschied nochmals verstärkt deutlich. In jeder Szene stielt sie ihren Gegenspielern die Show. Da kann auch Bryan Cranston als sprechende Wand Zordon nicht mithalten. Roboter Alpha 5 ist höchstens noch nennenswert und dank seiner witzigen Art noch eine kleine Bereicherung.

Was die Action angeht, muss man ziemlich lange warten bis die Ranger endlich ihre finale Form erlangen und gegen Rita und ihre Armee in den Kampf ziehen. Wirklich zu überzeugen weiß auch dieses Spektakel dann nicht – trotz dem Einsatz der Zords in Dino-Form. Das große Probleme hierbei ist die nicht gerade Linie, die der Film fährt. Wo die Serien durchaus trashig waren und die Ranger in hautengen Kostümen gegen teils unbeholfene Monster in die Schlacht gezogen sind, versuchte man im Film eine ernstere Variante zu erschaffen. Durchaus lobenswert. Wieso diese Ansätze aber immer wieder gebrochen und ignoriert werden, ist einfach unverständlich.

Kaum kommt es zum Kampf auf Leben und Tod, der über das Schicksal der Menschheit entscheidet, stolpert der Mega-Zord und fällt auf seine Nase. Weitere Aufzählungen wären möglich, aber würden den Rahmen der Kritik sprengen. An dieser Stelle hat man definitiv verpasst sich zu entscheiden. Da hilft auch nicht mehr der eingespielte Soundtrack der Serie, wenn für wenige Sekungen ‚Go Go Power Rangers‘ ertönt.

Bestenfalls kann man Power Rangers als viel zu lang geratene Einleitung eines Franchise betrachten, das aufgrund seiner schwachen Newcomer und schlechten Handlung vermutlich die Reihe bereits beendet hat. Bei der großen Auswahl wird man vermutlich zukünftig lieber wieder auf die Serie zurückgreifen oder mit seinen Actionfiguren einen eigenen Mega-Zord zusammenstecken.

Trailer

Cast & Crew

Regie: Dean Israelite
Drehbuch: John Gatins
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Dacre Montgomery, Naomi Scott, RJ Cyler, Becky G, Ludi Lin, Bill Hader, Bryan Cranston, Elizabeth Banks

Bewertung

Bewertung_4

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