06th Jul2016

Zoomania – Ganz schön ausgefuchst! (2016) | Filmkritik

von

Zoomania

Ein Zeichentrick- oder Animationsfilm mit tierischen Protagonisten scheint auf den ersten Blick nicht die innovativste Idee des Studios Disney zu sein. Nach Klassikern wie Dumbo (1941), Robin Hood (1973) oder Der König der Löwen (1994)schufen sie nun jedoch mit ihrem neuesten Werk Zoomania – Ganz schön ausgefuchst! (Originaltitel: Zootopia) eine völlig eigene Welt, die gefüllt wurde mit liebenswerten Figuren und zahlreichen Details, die zum wiederholten Anschauen einladen.

ZOOTOPIA Während im Vordergrund die Geschichte erzählt wird, spielen sich im Hintergrund des Films etliche kleine Nebengeschichten ab und allein das facettenreiche Charakterdesign der riesigen Tierwelt begeistert bereits. Ebenso brillant wie wunderschön leben Tiere wie Mäuse, Löwen, Lämmer, Giraffen und viele weitere in der Metropole Zoomania Tür an Tür ohne sich gegenseitig nach dem Leben zu trachten.

Diese Stadt ist auch das Ziel des kleinen Häschens Judy Hopps, die einen großen Traum hat. Sie möchte ihr ländliches Dorf Bunnyborrow in Nageria verlassen, um als erster Hase Polizist in der Großstadt zu werden. Nachdem sie es tatsächlich schafft als Jahrgangsbeste in der Polizeiakademie abzuschließen, scheint sie ihrem Ziel ein großes Stück nähergekommen zu sein. Doch als neues Mitglied des Zoomania Police Departement (ZPD) muss sie schnell merken, dass man es als kleiner Nager gar nicht so leicht hat zwischen knallharten und großen Tieren.

ZOOTOPIA Während Elefanten, Nashörner und Löwen an den wirklich dicken Fällen arbeiten, wird Judy dazu verdonnert Knöllchen zu schreiben. Doch dank ihrer großen Löffel wittert die aufgeweckte Polizistin auch hier eine weitreichende Verschwörung. Schnell ist sie auf der Spur ihres ersten richtigen Falls und beginnt mit der Suche nach dem vermissten Emmett Otterton. Dass sie dabei mit dem großmäuligen und ausgefuchsten Kleinkriminellen Nick Wilde zusammenarbeiten muss, erleichtert den Fall zunächst nicht. Aber Judy ist fest entschlossen wieder Recht und Ordnung nach Zoomania zu bringen. Koste es was es wolle!

Nachdem die Walt Disney Company viele Jahre eher schwache Werke produzierte und wenig Erfolg mit Werken wie Himmel und Huhn (2005) und Triff die Robinsons (2007) einfahren konnte, ist das Studio aktuell wieder auf einem Höhepunkt seines Schaffens. Egal ob Die Eiskönigin (2013), Baymax (2014) oder nun Zoomania, die Zuschauer lächeln und die Kinokassen klingeln. Das alte Erfolgsrezept funktioniert wieder.

ZOOTOPIA Auch mit dem tierischen Zoomania erhält der Zuschauer abermals eine erfrischend originelle sowie durch und durch amüsante Geschichte. Herzstück des Films ist vor allem die liebevoll gestaltete Welt in der sie spielt. Angefangen bei der Kleidung besitzt jedes Tier ein durchdachtes Kostüm und wird so Bestandteil einer Welt voller Kleinigkeiten, die zu jedem Zeitpunkt in sich stimmig wirkt. Die Mäuse bewohnen ihr eigenes kleines Viertel und steigen in den öffentlichen Verkehrsmittel durch ihre eigenen, kleinen Luken aus, währen man die Autos der Giraffen schnell an ihren hohen Dächern erkennt.

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Wer mit all den Details des Films nicht schon genug Beschäftigung für seine Augen gefunden hat, darf sich auf ein regelrechtes Feuerwerk an Easter Eggs freuen, welches Disney in dem Film abfeuert. Eine Referenz auf Die Eiskönigin hier, etwas Der Pate und Breaking Bad da und eine Prise Baymax obendrauf. Natürlich findet auch Micky Maus seinen Platz im Film – und nicht nur einmal.

Aber abseits all dieser innovativen Ideen, die vor allem den Humor unterstützen, bietet der Film auch eine recht unterhaltsame Geschichte. In bester Krimi-Manier verfolgt man zusammen mit Judy und Nick einen Fall, dessen Ausgang auch dem geschulten Hobby-Detektiv nicht auf den ersten Blick deutlich wird. Zusammen mit dem ungleichen Gespann begibt man sich auf eine 108-minütige Verfolgungsjagd durch die verschiedenen Distrikte Zoomanias.

Auf technischer Ebene darf man ebenfalls staunen. Erinnert man sich noch an das lange Haar aus Rapunzel – Neu verföhnt (2010) kommt es einem so vor als würde eine Ewigkeit zwischen den beiden Filmen zu liegen. So detailliert ist das Fell jedes einzelnen Tieres, dass man einzelne Haare abstehen sieht und das Fell direkt streicheln möchte.

Disney setzt seinen Erfolgskurs weiter fort und wir freuen uns darüber! Zoomania ist ein spannendes Abenteuer für Jung und Alt, ein ausgefuchster Krimifilm und ein tierischer Spaß!

Cast & Crew

Regie: Byron Howard,Rich Moore
Drehbuch: Jared Bush,Phil Johnston
Musik: Michael Giacchino
Stimmen: Ginnifer Goodwin, Jason Bateman, Idris Elba, Jenny Slate, J. K. Simmons, Alan Tudyk
Deutsche Stimmen: Josefine Preuß, Florian Halm, Oliver Stritzel, Britta Steffenhagen, Daniel Zillmann, Antje von der Ahe

Bewertung

Bewertung_9

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