04th Jun2014

Zwei vom alten Schlag (2013) | Filmkritik

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Zwei vom alten Schlag

Wo sind sie eigentlich hin, die knallharten Männer des Kinos, die in den 80er Jahren zu heldenhaften Ikonen wurden? In Ermangelung heutiger, testosterongeladener Superhelden kommen jene überlebensgroßen Mannsbilder wieder, mit denen schon unsere Eltern groß geworden sind!

zvas_1 Ob in The Expendables, R.E.D. oder den Einzelwerken von Stallone, Schwarzenegger und Willis: der Actionheld der Vergangenheit wehrt sich hartnäckig dagegen, schon zum alten Eisen zu zählen.

Mit Zwei vom alten Schlag (Originaltitel: Grudge Match) treten nun Sylvester Stallone (Rocky) und Robert De Niro (Wie ein wilder Stier) gemeinsam in den Ring, um der Jugend von heute zu zeigen, was die Alten noch so alles drauf haben. Doch sind die beiden rüstigen Filmrentner noch fit genug für einen Kampf über 12 Runden?

Vor 30 Jahren dominierte die Fehde zwischen Henry „Razor“ Sharp (Sylvester Stallone) und Billy „The Kid“ McDonnen (Robert De Niro) die Boxsportszene. Doch plötzlich warf Razor das Handtuch und beendete seine Boxkarriere auf dem absoluten Höhepunkt. Nach zwei Kämpfen stand es zwischen Razor und dessen Rivalen Kid unentschieden. Es fehlte der entscheidende Kampf um endgültig klarzustellen, wer der bessere im Seilgeviert ist.

Nach drei Jahrzehnten gehen beide Männer nun einem geregelten Arbeitsalltag, fernab des Boxzirkus, nach. Henry schuftet in einer Werft und fertigt in der Freizeit Metallskulpturen aus Schrott, während Billy eine erfolgreiche Kneipe führt und noch immer dem Alkohol und den Frauen erliegt.

zvas_2 Doch die beiden ehemaligen Boxer werden wieder heiß auf einen Kampf, als Boxpromoter Dante Slate Jr. (Kevin Hart) den beiden ein großes Sümmchen für ein paar Videospielaufnahmen einer Boxsimulation anbietet. Schnell geraten Kid und Razor aneinander und zerlegen das Videospielset in seine Einzelteile.

Direkt ist klar, dass sich mit einem allerletzten Kampf zwischen den beiden Knackern noch viel mehr Geld verdienen lässt. Anfangs etwas zögerlich willigen die Exboxer schließlich doch ein. Und so bereitet sich jeder auf seine Weise für den Tag der Entscheidung, den „Grudgementday“, vor.

Billy erhält Unterstützung von seinem Sohn BJ (Jon Bernthal), mit dem er erst seit kurzem wieder Kontakt hat. Razor sucht sich wiederum Hilfe vom alten Coach Lightning (Alan Arking), der im Pflegeheim das Personal zur Weißglut treibt.

Und so schwitzen und schuften die beiden Großväter bis zum alles entscheidenden Duell im Ring. Wer wird sich behaupten und warum können sich die beiden eigentlich überhaupt nicht leiden?

Was im Prinzip wie der gefühlte zehnte Teil der Rocky-Serie anmutet, wurde eben genau nach selbigem Schnittmuster von Regisseur Peter Segal (Spiel ohne Regeln) auf die Leinwand gezaubert. Garniert mit gleich zwei alternden Recken wird die Geschichte mit der erfolgreichen Formel von Rocky Balboa (2006) neu erzählt.

Auch hier ist ein Videospiel der Auslöser für einen finalen Fight im Ring. Zwar sieht Stallone noch immer wie ein Fels aus, doch das Alter lässt sich eben nicht mehr leugnen. Wenn Coach Lightning mit Rollator zum Ring fährt, wird genau das ausgesprochen, was sich der Zuschauer ohnehin denkt: „Sind die nicht langsam zu alt dafür?“

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Doch dank der witzigen Seitenhiebe auf das Alter und die Rüstigkeit und besonders dem Charme von De Niro wird der Film trotz aller Klischees und Vorhersehbarkeiten zu einem amüsanten, kurzweiligen Vergnügen. Die Pointen sitzen und man nimmt beiden Boxern ihren Kampfeswillen ab. Statt einem gut choreographierten Boxkampf bekommt man eben die Schlägerei geboten, die man von eingerosteten Athleten erwarten kann. Und wer Rocky kennt weiß, dass dieser nie etwas von Deckung gehalten hat.

Natürlich darf eine zarte Romanze zwischen Razor und Sally Rose (Kim Basinger) ebenso wenig fehlen, wie die herzzerreißende Vater-Sohn-Beziehung zwischen Billy und B.J..

Wer über all die schon einmal da gewesenen Storyelemente hinweg sehen kann, darf sich auf einen unterhaltsamen und kurzweiligen Film freuen, der auch noch mit kleinen Fotos und Videoschnipseln aus Stallones und De Niros Jugend auffahren kann.

Es wird zwar nichts besonders Originelles und Neues geboten, dafür weiß Zwei vom alten Schlag jedoch durch seine hervorragende Besetzung und die zahlreichen Sport-Cameos zu überzeugen. Und ein Film mit Robert De Niro ist auch nie wirklich schlecht. Also dann: Ring frei!

Cast & Crew

Regie: Peter Segal
Drehbuch: Doug Ellin, Tim Kelleher, Rodney Rothman
Musik: Trevor Rabin
Darsteller: Robert De Niro, Sylvester Stallone, Kevin Hart, Alan Arkin, Kim Basinger, Jon Bernthal

Bewertung

Bewertung_7

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